AUSSEHEN GESICHT ZÄHNE

Eine regelmäßige Pflege der Zähne ist die Grundlage, doch so manches Zahn- und Kieferproblem muss vom Kieferorthopäden behandelt werden.

Eine regelmäßige Pflege der Zähne ist die Grundlage, doch so manches Zahn- und Kieferproblem muss vom Kieferorthopäden behandelt werden.    pixabay.com - rgerber (CC0 Public Domain)

Diastema: Die attraktive Zahnlücke von einst ist längst out

Im Fachjargon heißt sie „Diastema“. Gemeint ist die Zahnlücke zwischen den beiden vorderen Schneidezähnen, die nicht auf einen Zahnverlust zurückzuführen ist. Wie das zustande kommt, ist schnell und einfach erklärt: Im Kiefer ist zu viel Platz für die vorhandenen Zähne. Warum es gerade wegen dieser meist erblich bedingten Fehlbildung künftig mehr Zulauf beim Zahnarzt oder Kieferorthopäden geben könnte, ist Thema der Studie eines Online-Marktforschungsinstituts mit deutlichem Ergebnis: 76 Prozent der Deutschen halten das Diastema für unattraktiv. Auch schiefe Zähne sind für zwei Drittel der Deutschen einfach sehr unattraktiv.

Die Ergebnisse der Studie im Detail

Die Zahlen der Studie sprechen eine deutliche Sprache, die sagt: Gepflegte Zähne sind sexy (88 Prozent), schiefe Zähne hingegen sind unattraktiv (69 Prozent). Zudem hat sich das Ansehen des Diastema mächtig gewandelt, denn nur 24 Prozent halten die Minilücke zwischen den Schneidezähnen für attraktiv – damit erteilen 76 Prozent Madonna, Seal, Eddie Murphy und vielen anderen Stars mit Diastema eine Ohrfeige.

Warum ein makelloses Lächeln heutzutage besonders wichtig ist, zeigt der Blick auf eine weitere statistische Auswertung, bei der 79 Prozent der Befragten (83 Prozent der Frauen, 75 Prozent der Männer) angaben, dass gepflegte Zähne ein wichtiger Bestandteil für beruflichen Erfolg sind. Und Zähne sagen offensichtlich noch viel mehr aus: 70 Prozent der Befragten gaben an, dass vom Zustand der Zähne auf die Körperhygiene des Menschen geschlossen werden kann. Über die Hälfte der Befragten meint, am Zustand der Zähne sogar den sozialen Stand einer Person ablesen zu können.

Mögliche Behandlungsmethoden von Diastema

In der Praxis wird zunächst festgestellt, ob es sich um ein erblich bedingtes Diastema handelt oder ob sich die Lücke nach dem Ausfallen der Milchzähne von selbst schließen könnte. Dieser Schnelltest, beschrieben von Dr. med. dent. Gisbert Hennessen, kann bereits eine erste Tendenz aufzeigen: „Der Zahnarzt zieht leicht an der Oberlippe. Wird der Zwischenraum zwischen den mittleren Schneidezähnen weißlich, so ist das Lippenbändchen zu lang und reicht bis in den Gaumen. In diesem Fall wird sich die Lücke nicht von selbst schließen. Bleibt der Bereich jedoch rötlich durchblutet, so verringert sich der Abstand später von selbst.“

Ist das Lippenbändchen für die Fehlstellung verantwortlich, wird nach Durchbruch der Schneidezähne ein Eingriff vorgenommen, der zweigeteilt ist:

  1. Im ersten Schritt wird das Lippenbändchen vom Knochen gelöst und weiter oben wieder angebracht. Der Eingriff erfolgt unter Lokalanästhesie. Nach etwa drei Wochen wird die Naht wieder verheilt sein.
  2. Im zweiten Schritt werden Klammern in Form einer Zahnspange an den Zähnen angebracht, die eben diese zusammenschieben sollen.

Frühzeitig an kieferorthopädische Behandlungen denken

Da die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung zwischen einem dreistelligen und vierstelligen Kostenbereich stark schwanken, kann das Behandlungsangebot des Kieferorthopäden schnell ein großer Schock sein. Liegt das Kostenangebot vor, gab es allerdings bereits Voruntersuchungen, die eine Fehlstellung diagnostiziert haben. Das bedeutet: Es käme versicherungstechnisch nur noch eine Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitscheck in Frage. Diese Verträge sind allerdings für viele unattraktiv, denn die Beiträge sind höher als bei einer regulären Zahnzusatzversicherung. Grundsätzlich gilt beim Abschluss einer Zahnzusatzversicherung nämlich dieses Prinzip: Wer rechtzeitig mit einer Zahnzusatzversicherung vorsorgt, bekommt günstigere Konditionen als Kurzentschlossene, die sich bereits in Behandlung befinden.

Versicherungsexperte Lars Weiland rät:„Gerade bis zum Alter von fünf Jahren sollte der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung zur Absicherung der Kosten für kieferorthopädische Leistungen in Erwägung gezogen werden. Sobald konkrete Behandlungsempfehlungen in der Akte stehen, ist dies bereits nicht mehr möglich.“ Vor allem aber für diejenigen, die auf ihr Aussehen wertlegen und gerne auf moderne Versorgungsoptionen bauen, empfiehlt sich eine entsprechende Zusatzversicherung.

Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung empfiehlt die rechtzeitige Untersuchung durch einen Kieferorthopäden. Diese kann bereits im Kindergartenalter erfolgen. Etwaige Behandlungen werden dann meist erst nach dem 9. Lebensjahr angestoßen. Entscheidend ist die Zahnentwicklung und nicht etwa das Alter des Kindes.

Warum eine Zahnzusatzversicherung trotz Krankenkassenleistung nötig ist, erklärt ein Blick in die Einschränkungen, die die gesetzlichen Krankenkassen ausweisen:

  • Die Krankenkasse bezahlt nur Behandlungen von Fehlstellung und Anomalien, die medizinisch erforderlich sind. Darunter fallen vor allem die Behandlungsmethoden, die präventiv etwaigen Folgeschäden (u.a. Zahnfleischentzündungen, Karies, Schädigung des Zahnhalteapparats, Verspannungen im Kau- und Gesichtsbereich, beeinträchtige Aussprache) vorbeugen sollen.
  • Die Krankenkasse übernimmt die Behandlungskosten nur für Patienten zwischen zehn und 18 Jahren. Im Erwachsenenalter werden lediglich günstige Maßnahmen von der Krankenkasse bezuschusst, Prophylaxebehandlungen fehlen beim jährlichen Zahnarztbesuch indes völlig.
  • Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur im Rahmen des Leistungsangebots. Spezielle Leistungen (u.a. zahnfarbene Brackets, Spezialdrähte, Lingualtechnik, Glattflächenversiegelung und Funktionsanalyse) gehören zu den Leistungen, die ohnehin vom Patienten (oder dessen Erziehungsberechtigten) selbst getragen werden müssen.

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