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Haut braucht im Winter eine besondere Pflege.

Haut braucht im Winter eine besondere Pflege.    iStockphoto.com/Jacek Chabraszewski

Erstellt am 1. Januar 2016

Katja Tholen-Ihnen

von Katja Tholen-Ihnen

Diplom-Biologin und freie Journalistin
Schwerpunkt: Gesundheit allgemein

Winterhaut: 8 Pflegetipps gegen trockene Haut

Romantische Spaziergänge im Schnee, gemütliche Nachmittage auf dem Sofa – auch die Winterzeit hat ihren ganz besonderen Reiz. Doch die eisigen Temperaturen draußen und die trockene Heizungsluft drinnen setzen der Haut ganz schön zu. MEINE VITALITÄT zeigt Ihnen, wie Sie Ihre beanspruchte Winterhaut in der kalten Jahreszeit richtig pflegen.

Minusgrade draußen und warme, trockene Heizungsluft drinnen – die winterlichen Extreme belasten die Haut und erfordern besondere Zuwendung, schließlich ist sie eines unserer wichtigsten Schutzorgane. Täglich ist unsere Haut Umwelteinflüssen, wie zum Beispiel Chemikalien, Krankheitserregern und der UV-Strahlung, ausgesetzt. Ganz nebenbei verhindert sie, dass der Körper zu viel Wasser durch Verdunstung verliert. Im Winter kommen dann auch noch die extremen Temperaturen dazu.

Dr. Marcus Wolf ist Dermatologe und weiß, was die Winterhaut so reizt: „Kalte Luft enthält weniger Feuchtigkeit als die Sommerluft, Heizungsluft ebenfalls. Genauso wie Wäsche gut bei niedriger Luftfeuchtigkeit trocknet, gibt auch unsere Haut Feuchtigkeit in die trockenere Umgebung ab und trocknet aus. Gestaute Hitze in zu warmer Kleidung und kratzige Wolle setzen der Haut ebenso zu.“

Ein weiteres Problem bereitet die oberste Hautschicht, die so genannte Hornschicht, oder genauer gesagt: der darüber liegende dünne Schutzfilm, der Hydrolipidfilm. Er besteht aus Schweiß und Talg (Fett). Je kälter es ist, desto weniger Talg produziert die Haut, bis sie bei minus acht Grad die Produktion fast ganz einstellt. Der Hydrolipidfilm verliert seine schützende Wirkung.

Auf die Inhaltstoffe kommt es an

Kein Wunder also, dass die Haut austrocknet, spröde, rau und rissig wird, schuppt und juckt. Da hilft nur eins: cremen, cremen und noch mal cremen – aber richtig. Helfen Sie besonders Ihrer empfindlichen Gesichtshaut mit reichhaltigen Cremes, sich zu regenerieren und sich gegen die kalte Witterung zu schützen. Eine Intensivfeuchtigkeitsmaske versorgt Ihre Haut ebenfalls schnell und effektiv mit Feuchtigkeit. Und auch nachts sollten Sie Ihrer Haut mit der geeigneten Nachtpflege eine Auszeit gönnen.

Wichtig bei der Pflege sind aber die richtigen Inhaltsstoffe, betont Dr. Marcus Wolf. So braucht die Haut von außen kein Wasser, sondern ausschließlich Fett. Deshalb rät der Hamburger Hautarzt zu Lipolotionen oder Cremes mit einem Mischungsverhältnis von 50 Prozent Wasser und 50 Prozent Fett. Noch besser ist ein höherer Fettanteil, auch wenn diese Salben etwas schwerer zu verteilen sind. Teurer, aber nachhaltiger wird es durch Harnstoff-Beimengungen, denn Harnstoff bindet Feuchtigkeit auf der Haut bei entsprechend hohem Fettgehalt. Der Vorteil bei einer nachhaltigen Pflege: die Haut verlernt nicht, sich selbst zu fetten.

„Lassen Sie Ihre Haut nicht im Stich,“ betont Dr. Marcus Wolf. Ist sie trocken, sollte man sie so oft wie nötig fetten! Wichtig ist aber auch: Ist sie nicht trocken, lassen Sie sie in Ruhe. „Nicht eine geschmeidige Haut mit Feuchtigkeitscremes malträtieren,“ warnt der Dermatologe.

Pflegeprogramm für Ihre Haut

Und so könnte die Extraportion Pflege und zusätzlicher Kälteschutz für Ihre Haut aussehen: Grundlage ist auch bei der winterlichen Hautpflege die Reinigung. Am Morgen reicht für das Gesicht in der Regel lauwarmes Wasser. Nur bei fettiger Haut ist ein Waschzusatz, zum Beispiel eine milde Reinigungsmilch, empfehlenswert. Jetzt können Sie eine reichhaltige Feuchtigkeitscreme auftragen. Achten Sie dabei stets auf die Inhaltsstoffe. Tragen Sie die Creme immer mindestens 30 Minuten vor dem Verlassen des Hauses auf. Ansonsten laufen die Feuchtigkeitspartikel Gefahr, direkt auf der Haut einzufrieren, da sie noch nicht ganz eingezogen sind.

Und für die Reinigung am Abend gilt: Verwenden Sie statt Gel lieber milde Reinigungsmilch, um Ihr Make-up zu entfernen und nur alkoholfreies Gesichtswasser.

Tabu für die Winterhaut sind Duschgel oder Shampoo für den ganzen Körper. Dr. Marcus Wolf rät seinen Patienten zu einer milden Seife, oder noch besser zu so genannten Syndets, kurz für synthetische Detergentien – bestehend aus künstlich erzeugten waschaktiven Substanzen. Auch langes, warmes Duschen entfettet die Haut. Wer es trotzdem nicht lassen kann, muss hinterher vor allem die Schultern, Hände und Füße gut eincremen.

Auch eine kleine Tube mit Basissalbe oder so genannten Repair-Cremes sollten in den kalten Wintertagen in keiner Handtasche fehlen. Denn grade unterwegs in Bus, Bahn, Auto, Schule oder im Büro machen Heizungen die Hände, Wangen und Lippen trocken. Für solche Belastungen ein wenig davon gut auf den Fingerspitzen, Handrücken und Lippen verreiben. „Wenn die Haut erst aufgerissen ist, dauert die Heilung lange,“ weiß der Dermatologe aus Erfahrung.

Zum Glück ist die Auswahl an Pflegemöglichkeiten groß: Ob aus der Apotheke, den Beauty-Laboren namhafter Kosmetik-Hersteller oder von Mutter Natur selbst gemacht, es gibt ausreichend Hilfe für beanspruchte Winterhaut.

Cremen allein reicht nicht

Doch nur Cremen reicht nicht. Helfen Sie Ihrer Haut, sich selbst zu helfen, indem Sie ein paar einfache Regeln befolgen:

1. Viel trinken! Die Haut verliert ständig Feuchtigkeit. Halten Sie den Körper auch von innen feucht. So regt zum Beispiel Ingwertee zusätzlich die Durchblutung an und wärmt von innen. Dass Kaffee dem Körper Wasser entzieht, stimmt übrigens nicht.

2. Obst und Gemüse essen! Vitamin C ist gut für die Kollagensynthese, also für die Hauterneuerung.

3. Bewegung an der frischen Luft für eine rosige Frische Ihrer Haut! Auch bei Minustemperaturen mindestens eine halbe Stunde am Tag die Haut – entsprechend geschützt – lüften.

4. Wohn- und Arbeitsräume ausreichend feucht halten! Und Sie sollten mindestens zweimal am Tag kurz lüften, indem Sie das Fenster für drei bis fünf Minuten weit aufmachen!

5. Duschen ist besser für die Haut als Baden. Wer es dennoch nicht lassen kann, sollte nicht zu heiß und nicht zu lange baden! Faustregel: Maximal 20 Minuten bei 32 bis 35 Grad Celsius warmem Wasser.

6. Strapazieren Sie Ihre gestresste Haut nicht unnötig mit Peelings!

7. Meiden Sie Wolle auf der Haut. Sie reizt sie unnötig.

8. Schützen Sie Ihre Lippen! Aber nicht mit leckerer Erdbeercreme oder ähnlichem, das fördert nur das Lecken der Lippen und führt am Ende zu einem Leckekzem. Tragen Sie stattdessen Lippenpflege für empfindliche Haut dünn und oft am Tag auf. Besonders Wintersportler sollten auch bei der Lippenpflege auf einen hohen UV-Schutz achten.

Fazit: Es gibt viele Möglichkeiten, gestresste Winterhaut durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Dazu gehören neben der richtigen Pflege auch Faktoren wie viel trinken, frische Luft, Vitamine und vieles mehr.

Weitere Informationen:

Die Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. bündelt auf ihren Seiten hilfreiche Informationen zum Thema empfindliche Haut: www.dha-hautpflege.de

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