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Muskulatur und Bindegewebe des Menschen

Muskulatur und Bindegewebe des MenschenStephan Hensel

Erstellt am 17. März 2015

Stephan Hensel

von Stephan Hensel

Staatlich anerkannter Heilpraktiker, Personal Trainer
Experte für Bewegung

Einführung Faszien – neue Erkenntnisse und Möglichkeiten

Die Ansichten über die Definition und Funktion von Faszien haben sich im Laufe der Zeit erheblich gewandelt. Leider sind uns die Faszien und deren Wichtigkeit für den menschlichen Körper noch nicht wirklich bekannt und bewusst. MEINE VITALITÄT - Experte Stephan Hensel führt Sie in das Thema Faszien ein und gibt Ihnen einen aktuellen Stand der aktuellen sporttherapeutischen Sichtweise.

Muskulatur Mensch

Man stelle sich ein Netz vor. In den Maschen dieses Netzes befinden sich kleine Stahlfedern, die Sie bewusst zusammenziehen könnten. An den Enden des Netzes befinden sich Gewichte. Versuchen Sie sich nun vorzustellen, was mit dem Gewicht geschieht, wenn Sie einen Teil oder alle Federn gleichzeitig zusammenziehen könnten. Richtig - das Gewicht wird sich bewegen und die Enden des Netzes nähern sich an.
Nun haben Sie ein vereinfachtes Bild davon, wie z.B. die menschliche Muskulatur arbeitet. Die kleinen Federn stellen hier die kontraktilen Muskelfasern dar, die den Muskel zusammenziehen. Das Netz, welches gleichzeitig die Befestigung für die Gewichte bildet, wurde bisher als Bindegewebe mit relativ wenig Aufgaben und Nutzen angesehen. Doch nach neueren Erkenntnissen ist das ganz und gar nicht der Fall.

Um das Verständnis und den Zusammenhang zum menschlichen Körper etwas besser herstellen zu können, möchte ich mit diesem Beispiel weiter machen. Rollen Sie das Netz aus Bindegewebe zusammen. Befestigen Sie es mit den Enden an 2 Stangen (Knochen), deren andere Enden über ein Gelenk miteinander verbunden sind.

Schon haben wir die einfache Form eines menschlichen Gelenkes. Das Gelenk kann mit den Federn (Muskelfasern) bewegt werden. Der Zug, der dabei entsteht, wird über die Enden des Netzes (Sehnen) auf die Stangen (Knochen) übertragen. Das Netz aus Bindegewebe, welches ab hier als Faszie bezeichnet wird, ist also nicht nur zwischen den Federn (Muskelfasern) zu finden. Es ist überall. Es umgibt die Muskelfasern, bildet daraus einzelne Bündel, die dann zu dicken Muskelbäuchen werden. An den Enden der Muskelbäuche nehmen die Federn in ihrer Menge ab und das Netz bleibt zurück. Hieraus entstehen die Sehnen, die dann mit dem Knochen verbunden sind.

Doch damit nicht genug. Dieser Verbund aus Sehnen mit dem Knochen setzt sich fort. Das Netz zieht sich durch den kompletten Knochen und umgibt ihn. Im Knochen selbst bilden sich dadurch sichtbare Zuglinien (durch sogenannte Osteone), die sich entsprechend der Belastung des Knochens verändern können.

Faszie – Multitalent unseres Körpers

Das bedeutet, wir haben nicht viele Faszien, sondern nur eine einzige Faszie, die uns sowohl allgegenwärtig durchzieht, als auch umgibt!
Diese Faszie leitet sowohl Zug (Sehne, Bänder, Muskeln) als auch Druck (Knochen) weiter. Sie bildet Puffer (Knorpel, Menisken, Bandscheiben).

Die Faszie kann aber noch weitaus mehr. Sie besitzt Messfühler (Rezeptoren), die überall in ihr vorkommen. Über diese Rezeptoren übermitteln wir Signale und unzählige Informationen aus unserem Körper. Beispielsweise sind das Informationen über die Geschwindigkeit oder Richtung einer Bewegung, die Gelenkposition oder über die Körperhaltung im Allgemeinen.

Schmerzentherapie – Vermeiden von Faszien-Schädigung

Doch die Faszie kann wie jeder andere Teil des Körpers auch Schaden erleiden.
Genau an dieser Stelle beginnt ein Teil meiner Arbeit. Schmerzen zu vermeiden, zu reduzieren oder zu beseitigen, ist ein Teil davon. Eine Methode in der Therapie, die oft sehr viel effizienter ist als alles, was ich bisher kannte, ist z.B. das Faszien Distorsions Modell.
Es handelt sich dabei um ein Modell in der Schmerztherapie, welches Fehlfunktionen (Distorsionen) behandelt und die Wahrnehmung des Patienten in den Vordergrund stellt.

Fazit:
Aus dem Verständnis und der Erkenntnis:

  • dass der Körper eine ganze Einheit bildet,
  • dass er aus einer einzigen Faszie besteht und 
  • dass diese Faszie sowohl mechanische als auch nervale und chemische Signale von überall aus dem Körper weiter leitet,

ergibt sich ein Ansatz mit völlig neuen Trainings- und Therapiemöglichkeiten, deren Erfolge noch lange nicht abzusehen sind.

Weitere Informationen:
Wenn Sie Interesse an weiteren Informationen haben, folgen Sie meinen Beiträgen bei MEINE VITALITÄT und teilen Sie meine Begeisterung für das Netz des Körpers.

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