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Die beliebteste Sportart in Deutschland: Fußball

Die beliebteste Sportart in Deutschland: Fußball    zentilia

Erstellt am 29. August 2011

Tobias Börner

von Tobias Börner

Online-Redakteur
Schwerpunkt: Bewegung, Trendsports

Fußball: Sportart Nummer eins

Das Spiel mit dem runden Leder elektrisiert Woche für Woche Millionen. Fußball ist einfach zu verstehen und außer zwei gesunden Beinen benötigt der Sport keine weiteren Voraussetzungen. Dafür bietet die beliebte Sportart ungemein viel für Körper und Geist.

Niemand möchte jetzt mit ihr tauschen und jeder der schon einmal selbst Fußball gespielt hat, weiß, wie dem brünetten Mädchen in dem orangen Trikot in diesem Moment zu Mute ist. Sie ist die fünfte Schützin ihres Teams in diesem Elfmeterschießen. Auf ihren Schultern lasten all die Hoffnungen des Teams. Fußball kann so ungerecht sein. Nach Ablauf der regulären Spielzeit stand es Unentschieden. Auch die Verlängerung blieb torlos. Der Shootout ist jetzt das letzte Mittel, um einen Sieger zu ermitteln.

Die Mädels in Weiß liegen mit einem Tor vorn, als sich die junge Dame mit der Rücknummer 14 den Ball zurechtlegt, anläuft und gegen das Leder tritt. Dabei scheint sie der Mut verlassen zu haben. Dem Schuss fehlt die nötige Kraft, doch vielleicht langt es noch, denn immerhin ist er platziert und steuert unweigerlich auf das linke Toreck zu. Doch die Torfrau scheint etwas zu ahnen, spreizt ihr rechtes Bein und wehrt den Schuss erfolgreich ab. Die Schützin sackt zu Boden, die Mädchen in den weißen Trikots fallen sich jubelnd in die Arme.

DFB ist weltweit größter Sportverband

Diese dramatische Entscheidung trug sich nicht etwa bei den spannenden KO-Spielen der Frauenfußballweltmeisterschaft zu, sondern bei den Mädchen bis 12 Jahre beim vorletztjährigen Bundesfinale des Schulsportwettbewerbs ‚Jugend trainiert für Olympia’. Egal in welchem Alter, welches Geschlecht, auf welcher Wettkampfebene oder auf welchem Untergrund – Fußball ist die Sportart Nummer eins in Deutschland. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist mit 6,7 Millionen Mitgliedern, die in 177.000 Mannschaften und 25.000 Vereinen organisiert sind, der größte Sportverband weltweit.

Fußball hat seine Wurzeln im England des 19. Jahrhunderts. Damals wie heute sind die Regeln einfach zu verstehen und es bedarf keines großen Budgets, um an diesem Sport teilzuhaben, wie es beispielsweise bei Tennis, Golf oder Polo der Fall ist. Das allein erklärt noch nicht die Faszination des Spiels, allerdings seine weite Verbreitung – früher vor allem in den ärmeren Bevölkerungsschichten. Sepp Herberger, ehemaliger Trainer der Deutschen Fußballnationalmannschaft, antwortete einst auf die Frage, warum die Leute zum Fußball gehen in seiner markanten Mannheimer Mundart: „Weil se net wisse wie’s ausgeht!“ Fußball ist unberechenbar und dank gewiefter Taktiken oder wechselnder Tagesform kann auch die vermeintlich unterlegene Mannschaft den Sieg erringen. Spätestens nach dem Gewinn der ersten Fußballweltmeisterschaft unter Herberger - 1954 in der Schweiz - was als identitätsstiftend für die Nachkriegsgeneration Deutschlands empfunden wurde, erlangte der Sport hierzulande einen Boom, der bis heute ungebrochen ist.

Fußball steigert Begeisterung für aktive Bewegung

Der Sportart werden viele positive Eigenschaften zugesprochen. Allein der Bewegungsmangel in unserer modernen, von Technik dominierten und zunehmend urbanisierten Gesellschaft, ist die Hauptursache für Erkrankungen der Herzkranzgefäße. Der Fußballweltverband FIFA empfiehlt daher dreimal wöchentlich eine Stunde Fußball zu spielen, um körperlich und geistig fit zu bleiben. Das Herz-Kreislauf-System wird trainiert und durch ständige Be- und Entlastung der Bandscheibe fördern die Bewegungen die Kondition des Rückens. Der wohl entscheidende Faktor hierbei ist Spaß. Fast nirgends sonst lässt sich Bewegung durch Spaß am Spiel erleben und ausleben. Fußball steigert demnach langfristig die Begeisterung für eine aktive Bewegung.

Die Sportart hat keine Altersbeschränkung, doch empfiehlt es sich, Kinder nicht unter 6 Jahren in einem Verein anzumelden. Von da an sind sie in verschiedenen Altersklassen organisiert, die jeweils andere Schwerpunkte im Training und Spiel setzen. Steht zunächst allein der Spaß und die Bewegung im Mittelpunkt, kommt später Taktik und Athletik hinzu. Kinder lernen durch diese Mannschaftssportart soziales Verhalten in der Gruppe, stärken ihr Selbstbewusstsein und lernen Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Darüber hinaus bietet Fußball die Möglichkeit des kreativen Handelns, mit zunehmender Fähigkeit ein Spiel lesen und dementsprechend agieren zu können. Gleichfalls trainiert es dadurch das Suchen und Finden eigener Problemlösungen.

Vorsicht vor Verletzungen

Kinder, die Fußball spielen, sind weniger allein, da sie in ihrem Team Freunde finden und Erfahrungen fürs Leben sammeln. Ein gemeinsam erlebter Erfolg auf dem Platz stärkt die Teamfähigkeit des Kindes. Auch erfahren sie hier erste Niederlagen in ihrem Leben – ein unschönes Gefühl, doch meist hat der Fußballspieler die Möglichkeit, im nächsten Spiel alles besser zu machen.

Fußball zielt auf Körperkontakt ab und neben all den physischen und psychischen Vorteilen birgt es natürlich auch das Risiko, sich zu verletzen. Gehirnerschütterungen, Gelenkschäden, Platzwunden und Bänderrisse sind nur einige der möglichen Verletzungen, die Kicker sich zuziehen können. Um diese Gefahren zu minimieren, empfiehlt sich neben einem regelmäßigen ärztlichen Check vor allem das Tragen von Schienbeinschonern im Training und Spiel.

FAZIT: Für das aktive Fußballspiel ist es nie zu spät. Entscheidend ist der Spaß und nicht der Leistungsdruck, der bei den Profis gilt. Der beste Zeitpunkt für den Start liegt jedoch im Kindesalter, wenn Fußball die Motorik und Psyche des Kindes auf spielerische Art und Weise fördert.

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