BEWEGUNG BEWEGUNGSWELTEN DRAUßEN

Skiunfälle werden am häufigsten selbst verursacht.

Skiunfälle werden am häufigsten selbst verursacht.    istockphoto.de/Wijnand Loven

Erstellt am 11. Februar 2016

MEINE VITALITÄT Redaktion

von MEINE VITALITÄT Redaktion


Wintersport: Verletzungen vermeiden

Je besser man vorbereitet den Winterurlaub antritt, umso geringer ist das Risiko sich zu verletzen. MEINE VITALITÄT erklärt, wie der Wintersporturlaub ein Erlebnis wird und Sie dabei gesund bleiben.

Skifahren und Snowboarden zählen zu den beliebtesten Wintersportarten. Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen auf den Pisten zu finden sind und die Bereitschaft zum Nervenkitzel auf und abseits der Pisten wächst.

Ursachen für Skiunfälle

Wintersport erfordert eine gewisse Vorbereitung, die bei einem selbst beginnt. Denn die häufigste Verletzungsursache bei Ski- und Snowboardern ist der selbst verschuldete Einzelsturz. Erwachsene Skifahrer sind mehr gefährdet als jüngere. Jüngere Snowboarder wiederum mehr als erwachsene. Mehr als ein Drittel der Skifahrer verletzen sich am Knie, gefolgt von Schulter, Kopf und Oberkörper. Erstmals seit 2007/2008 nahm die Zahl der Kollisionen unter den Skifahrern zu. Besonders Männer waren daran beteiligt. Snowboarder verletzen sich besonders oft an Schulter und Oberarm sowie Kopf und Hals als auch am Oberkörper mit dem Schwerpunkt Wirbelsäule.

Grund dafür sind zunehmende Müdigkeit, mangelndes technisches Können, geländebedingte Hindernisse und schlechte Sicht. Zeitlich gesehen passieren die meisten Unfälle kurz vor dem Mittag und am späten Nachmittag. Mehr noch als Alkohol spielt schlecht gewartetes, falsch eingestelltes und abgenutztes Material eine Rolle.

Helme und Protektoren

Das Tragen von Schutzkleidung kann typische Verletzungen bei Skifahrern und Snowboardern deutlich reduzieren. Sturzhelme sind in Deutschland noch nicht Pflicht, bewahren aber vor schweren Kopfverletzungen. Bereits für über 50 Prozent der Erwachsenen und über 90 Prozent der Jugendlichen gehört der Helm auf der Piste dazu. Ergonomisch versteifte Schutzelemente in Handschuhen verhindern den Skidaumen und Brüche der Handgelenke bei Snowboardern. Rückenprotektoren sorgen für zusätzliche Stabilität des Rückens und federn Prellungen des Oberkörpers ab.

Ski- und Snowboardbrillen

Nur wer den Überblick auf der Piste behält, kann Zusammenstöße mit anderen vermeiden und sich dem Gelände angepasst verhalten. Für wechselnde Lichtverhältnisse und Wettererscheinungen eignen sich unterschiedlich getönte Gläser. Bei Nebel und Schatten können Nebelgläser in gelber oder oranger Tönung die Kontraste auf der Piste verstärken und aufhellend wirken. Gegen starkes Sonnenlicht und blendenden Schnee schützen braungetönte Gläser mit UV-Faktor. Sogenannte Gletscherbrillen kommen bei Reflexionen von Eis und Schnee zum Einsatz. Allgemein gilt: Je höher der Berg, desto besser garantiert eine gute Brille auch eine optimale Sicht. Wintersportler, die eine Brille oder Kontaktlinsen tragen sollten auf keinen Fall auf eine gute Skibrille verzichten.

Fit für den Winterurlaub

Noch viel wichtiger als der materielle Aspekt ist der körperliche. Die Belastungen für den gesamten Körper beim Carving und Snowboarden sind hoch. Damit steigt die Verletzungswahrscheinlichkeit vor allem für die Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke um ein Vielfaches. Auch für die Wirbelsäule bedeutet es, ständig Stöße abfedern zu müssen. Ein modernes Krafttraining wie das exzentrische Krafttraining wirkt zur Vorbereitung auch noch kurzfristig Wunder. Der Startschuss zur Skigymnastik sollte aber spätestens im Sommer erfolgen. Mit dem Mountainbike können Sie ideal Ihre Beinmuskulatur und Ausdauer gleichzeitig trainieren.

Tiefschnee – Genuß und Gefahr

Das Tiefschneefahren abseits von den markierten Pisten bedeutet für Wintersportler Genuß und höchste Gefahr. Und zwar für jeden – Anfänger wie Könner. Da die Schneeschichten der Hänge nicht präpariert werden, kommt es dort zu Lawinen. Die Folgen sind schwerwiegend. Nicht selten werden solche riskanten Abstecher mit dem Leben bezahlt. Zusätzlich zur Lawinengefahr gesellen sich steilere Geländeprofile: das Fahren im freien Gelände setzt eine gute Technik und Fitness voraus. Wer dennoch den Tiefschnee vorzieht, sorgt mit einem Lawinenkurs und einer Lawinenbasisausrüstung (Schaufel, Sonde, Piepser, Notfallequipment) sowie einem ortskundigen Bergführer für mehr alpine Sicherheit vor.

Warm-Up auf der Piste

Erst aufwärmen, dann abfahren! So lautet das Motto für ein verletzungsfreies Wintersportvergnügen. Anleitungen zum richtigen Aufwärmen finden Sie an Informationstafeln an den Bergstationen in jedem Skigebiet. Extreme Kälte, langes Warten am Lift und häufiges Pausieren sind gute Gründe, die Muskulatur und das Herz-Kreislaufsystem zu aktivieren. Zu zweit oder in der Skigruppe macht das Warm-Up richtig Spaß.

Material-Check

Der Material-Check ist ein Muss für jeden Wintersportler. Dazu zählt immer die Kontrolle der Bindungen, Schuhe, Skibeläge und -kanten. Im Falle eines Sturzes stellt das falsche Auslösen der Bindung ganz wesentlich das größte Risiko dar. Besonders bei sogenannten Drehstürzen kommt es dadurch zu schweren Knieverletzungen. Damit die Bindungen im Ernstfall zuverlässig aufgehen, muss die Bindungseinstellung jährlich neu angepasst werden. Faktoren wie Gewicht, Fahrweise und Schuhsohlenlänge spielen bei der Stärke der Einstellung eine wichtige Rolle.

Snowboard-Bindungen sollten bündig mit dem Board abschließen. Jeder darüber hinausragende Zentimeter führt bei Schneekontakt zu schweren Stürzen. Im Gegensatz zu den Skibindungen werden beim Snowboarden die Bindungen fixiert. Ein ungewolltes Auslösen des Schuhes aus der Bindung wäre fatal. Daher gilt es, insbesondere auf festgezogene Schrauben und funktionierende Schnallen zu achten.

Nach jedem Winterurlaub sollten Sportgeräte feucht gesäubert und anschließend getrocknet werden, sodass sie rostfrei und funktionstüchtig bleiben.

Fazit: Die Entwicklung moderner Wintersportausrüstung hat die Zahl von schweren Skiverletzungen reduziert. Doch damit Sie als leidenschaftlicher Wintersportler nicht in der Klinik enden, gehören neben einer guten Ausrüstung auch eine gute körperliche Fitness und das Einhalten der Regeln zum richtigen Verhalten. Wem das Risiko trotz der Tipps zu hoch ist, sich zu verletzen und wer lieber etwas für sein Herz-Kreislauf-System tun will, steigt auf die guten alten Skilanglaufski um oder probiert das Schneeschuhwandern aus.

Weitere Informationen:

Verhaltensregeln für Skifahrer und Snowboarder

Die 10 Gesundheitsregeln für Skifahrer

NEWSLETTER

Ab und zu einen Tipp?

MEINE VITALITÄT GANZ NAH

DRAUßEN FEED

MEINE ALTERSGRUPPE