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Motivation: Wie überwinde ich den eigenen Schweinehund?

Motivation: Wie überwinde ich den eigenen Schweinehund?    iStockphoto.com/de santis paolo

Erstellt am 1. März 2018

Jeannette Hagen

von Jeannette Hagen

Freie Journalistin und Berufscoach
Schwerpunkt: ganzheitliche Medizin, Psychologie und Familie

Selbstmotivation: Kampf dem inneren Schweinehund

Der größte Feind aller guten Vorsätze in Sachen Bewegung ist unser innerer Schweinehund. MEINE VITALITÄT zeigt Ihnen, wie Sie ihn rechtzeitig erkennen und ihn erfolgreich in seine Schranken weisen.

Die Liste der guten Vorsätze ist lang. Wir wollen uns mehr bewegen, abnehmen, gesünder leben. Wir wissen, dass das alles gut und richtig ist, sind motiviert und trotzdem geben wir nach kurzer Zeit wieder auf. Warum?
Sport- und Motivationspsychologe Professor Reinhard Fuchs von der Universität Freiburg formuliert es so: „Wenn der innere Schweinhund Sie trotz guter Vorsätze auf dem Sofa hocken lässt, dann haben Sie den kurzfristigen Genuss dem langfristigen Erfolg vorgezogen.“

Wie setze ich meine Ziele erfolgreich um?

Erster Grundsatz ist die Regelmäßigkeit. Je öfter und selbstverständlicher Sie eine Sache tun, umso schneller wird sie zur neuen Gewohnheit. Was mit den schlechten gut klappt, können wir auch zum Automatisieren der guten Gewohnheiten gewinnbringend einsetzen. Machen Sie regelmäßig kleine Schritte, statt vor den großen davonzulaufen.

Entdecken Sie Ihre persönlichen Erfolgsverhinderer

Sie selbst kennen sich am besten. Gehören Sie auch zu den Menschen, die hoch motiviert eine neue Herausforderung angehen und sich dann doch schnell von den kleinen Bremsen des Alltags stoppen lassen?
Vielleicht ist es ein drückender Sportschuh, eine schlecht sitzende Hose oder ein Riss in Ihrem Bademantel – eigentlich Kleinigkeiten, die plötzlich an Bedeutung gewinnen und als Ausrede für das Nichtstun benutzt werden. Und statt die Umstände schnell zu ändern, einen neuen Sportschuh zu kaufen, die Hose zu ändern, den Riss zu nähen, geben Sie Ihr langfristiges Ziel auf. Was bleibt, ist ein schlechtes Gewissen und die Tatsache, dass Sie beim nächsten Versuch noch mehr Start-Energie benötigen, um neu zu beginnen. So verrückt es auch klingen mag, manchmal hindert uns auch die Aussicht auf den Erfolg am Erfolg selbst. Wenn wir uns ändern, dann zieht das Konsequenzen nach sich und tangiert vielleicht die Bedürfnisse und Gewohnheiten Dritter. Das kann Angst erzeugen und uns unterbewusst blockieren.

Natürlich kann es sein, dass Ihr Ehepartner Ihre Ziele nicht unterstützt oder die Kinder plötzlich quengeln oder nicht rechtzeitig ins Bett wollen, während Sie schon in Joggingschuhen an der Tür stehen. Solche Herausforderungen werden immer mal wieder auf Sie zukommen. Darum ist es wichtig, dass die Menschen um Sie herum in Ihre Ziele eingeweiht sind. Machen Sie Ihnen klar, wie wichtig Ihnen die Veränderung ist und bitten Sie um Unterstützung. Ein weiterer Stolperstein auf dem Weg zum Erfolg ist unser innerer Kritiker. Buchautor Heinz Schulz-Wimmer rät, ihn unbedingt ruhig zu stellen und stattdessen das „noch nicht“ zu kultivieren. Es hat halt noch nicht geklappt – dafür beim nächsten Mal. Geben Sie sich diese Chance. Gewohnheiten zu ändern, ist vergleichbar mit dem Erlernen einer Sprache. Ohne Übung und positive Verstärkung geht es nicht.

Erfolgsstrategie – mit Angst und Spaß

Am besten erstellen Sie eine Liste und schreiben sich genau auf, was Sie benötigen, um langfristig und mit Spaß an Ihren Zielen arbeiten zu können. Notieren Sie auch Ihre Ängste!
Und dann nähen Sie den Knopf an! Kaufen Sie sich die neuen Schuhe zum Laufen, bevor Sie mit dem Training beginnen. Besorgen Sie sich eine gemütliche und trotzdem gut aussehende Hose in der Größe, die Sie jetzt tragen. Denken Sie nicht jedes Mal, wenn Sie an einem Spiegel vorbeigehen, „wie schön es sein wird, wenn Sie erst eine andere Hosengröße tragen können“. Gehen Sie am Spiegel vorbei und freuen Sie sich darüber, wie gut Ihre jetzige Hose sitzt!

Schaufeln Sie sich die Zeit, die Sie in sich und Ihre Gesundheit investieren wollen, frei von allen sonstigen Verpflichtungen.

Zielüberprüfung

Sollten Sie trotz aller guten Vorsätze ins Straucheln kommen, ist es eine weitere Möglichkeit, das Ziel selbst zu hinterfragen. Wollen Sie wirklich jeden Tag joggen? Oder machen Sie es, weil irgendwer gesagt hat, dass es gut ist? In diesem Fall ist der Misserfolg fast schon vorprogrammiert. Denn Ziele müssen immer auch den eigenen Werten und Bedürfnissen entsprechen. Vielleicht sind Sie gar kein Lauf-Typ, sondern haben mehr Freude beim Tanzen. Lassen Sie sich nicht von außen diktieren, was gut für Sie ist, sondern bestimmen Sie selbst.

Agieren statt Reagieren

Ob nun die vielen kleinen Verhinderer, Menschen oder Umstände – all das lässt Sie reagieren. Der Schlüssel für persönlichen Erfolg liegt allerdings im Agieren, im selbstbestimmten Handeln. Stellen Sie sich Ihr Leben als ein Königreich vor. Sind Sie darin der Herrscher? Oder lassen Sie andere regieren? Gewohnheiten lassen sich ändern. Jetzt in diesem Moment. Fangen Sie einfach an und lernen Sie von Johann Wolfgang von Goethe, der sagte: „Erfolg hat drei Buchstaben: Tun!“

Weitere Informationen:
Lauftraining für Anfänger

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