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Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt... Achterbahn der Gefühle

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt... Achterbahn der Gefühle     Green Vital Media GmbH

Erstellt am 17. Juli 2014

MEINE VITALITÄT Redaktion

von MEINE VITALITÄT Redaktion


Bipolare Störungen: Ein Leben mit extremen Gefühlen

Szenen des Alltags: Wir ärgern uns, lassen Dampf ab und fühlen uns besser. Wir freuen uns, sind glücklich und genießen ausgelassen einzelne Momente. Diese Fähigkeit zur Lebensbewältigung trifft auf jeden gesunden Menschen zu. Bei Menschen mit Bipolaren Störungen sind diese Stimmungen und Aktivitäten einerseits enorm übersteigert, andererseits extrem geschwächt. Das Leben der Betroffenen gleicht einer Achterbahnfahrt. MEINE VITALITÄT hat die wichtigsten Fakten zusammengefasst und möchte damit zur Aufklärung beitragen.

Ein Leben mit extremen Gefühlen

Bei der Bipolaren Störung handelt es sich um das phasenweise Auftreten von extremen Stimmungsschwankungen. Aus einer vollkommen ausgeglichenen Stimmungslage heraus fällt der Betroffene ungewollt in ein seelisches Tief – in die depressive Episode. Ebenso unerwartet wie die Stimmung sinkt, steigt sie euphorisch in eine manische Episode an. Diese Episoden wechseln sich hintereinander ab. Aber auch gemischte Phasen sind keine Seltenheit. Unbehandelt kann eine depressive Episode zwei bis vier Monate und eine manische Episode etwa drei bis sechs Monate dauern.

Auslöser und Ursachen

Stress spielt als Auslöser eine entscheidende Rolle. Und ob es dem Gehirn gelingt, erhebliche Stresssituationen zu verarbeiten, das hängt von mehreren Faktoren ab. Unter anderem von der genetischen Veranlagung, von den Stressrezeptoren und dem Stoffwechsel im Gehirn sowie von äußeren Umweltfaktoren im Leben eines Menschen. 

Eine wichtige Rolle spielen sogenannte Transmitter, die als chemische Botenstoffe zwischen den Nervenzellen fungieren. Bei einem gesunden Menschen kommunizieren die Zellen im Gehirn über chemische Botenstoffe, die bei Stress auch in geringen Mengen an den Rezeptoren wirken. Bei Bipolaren Störungen ist die Kommunikation zwischen den Zellen im Gehirn gestört. Die Konzentration der dazu notwendigen chemischen Botenstoffe liegt je nach Episode in zu hohen oder zu niedrigen Konzentrationen vor. Die Sensibilität der Rezeptoren ist zu gering. Weil das Leben der Betroffenen in diesen Momenten aus der Bahn gerät, ist eine medikamentöse Therapie die erste und einzig richtige Maßnahme, um die Botenstoffe im Gehirn zu normalisieren. Die Lebensumstände oder Ereignisse, die Bipolare Störungen auslösen können, müssen aber nicht pauschal negativ sein. Auch einschneidende Ereignisse wie Hochzeit, Umzug oder eine erfolgreich bestandene Prüfung können individuell als Stress empfunden werden. Chronischer Schlafmangel und Alkoholkonsum zählen ebenfalls zu den Auslösern.

Wer und wie viele sind betroffen?

Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen. Nach einer Studie des Robert Koch Institutes waren 2,8 Prozent Männer und 3,1 Prozent Frauen in den Jahren 2008 bis 2011 betroffen. Weltweit sind zwischen 0,3 und 1,9 Prozent der Menschen betroffen. In Deutschland leidet ungefähr jeder 100. an dieser psychischen Krankheit.

Was sind typische Symptome der Bipolaren Störungen?

Die Symptome in den einzelnen Phasen treten auf der Ebene der Gefühle, des Denkens, des Handelns und des Körpers auf. 

Anzeichen für eine depressive Episode

Treten mindestens zwei Wochen lang mehrere Haupt- und Nebensymptome zusammen auf, handelt es sich entweder um eine leichte oder eine mittlere und schwere depressive Episode.

Hauptsymptome:

  • Depressive Stimmung
  • Interessenverlust
  • Traurigkeit
  • Niedergeschlagensein mit Einhergehen von Ängsten
  • Sorgen bis hin zu Verzweiflung
  • Unglücklichsein
  • Antriebsmangel
  • Hoffnungslosigkeit
  • Erhöhte Ermüdbarkeit

Zusatzsymptome:

  • Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Schuld-, Minderwertigkeits- und Versagensgefühle
  • Selbstabwertung
  • Negative Zukunftsperspektiven
  • Entscheidungslosigkeit
  • Innere Unruhe
  • Suizidgedanken und -handlungen
  • Schlafstörungen
  • Verminderter Appetit

Anzeichen für eine manische Episode

Hauptsymptome:

  • Gesteigertes Selbstwertgefühl
  • Überschwängliche Gedanken
  • Unbändige Schaffenskraft
  • Distanzlosigkeit und Enthemmung
  • Gesteigerte Antriebslust
  • Ideenflucht und Rededrang

Zusatzsymptome:

  • Ablenkbarkeit
  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen
  • Vermindertes Schlafbedürfnis
  • Stark verkürzte Schlafdauer
  • Steigerung der sexuellen Aktivitäten

Anzeichen für eine gemischte Episode

Wie der Name sagt, treten bei einer gemischten Episode sowohl die depressiven als auch die manischen Symptome auf. Innerhalb kürzester Zeit wechseln sich die manischen und depressiven Symptome ab oder treten nebeneinander auf. Einerseits ist man niedergeschlagen, anderseits ist die Antriebslust gesteigert, kommt aber zu keiner Entscheidung oder finalen Handlung. Solche gemischten Zustände wachsen dann zu einer quälenden Belastungsprobe für die Betroffenen an.

Ausgleich durch Sport und Bewegung

Sport, Bewegung und eine gesunde Ernährung können die medikamentöse Behandlung nicht ersetzen. Diese nimmt von Beginn an einen großen und auch einen bleibenden Stellenwert bei der Behandlung ein. Doch die Auswirkungen der Symptome haben auch körperliche Folgen. Der Grundumsatz nimmt ab, Heißhungerattacken häufen sich, der Körperfettanteil nimmt zu und der Stoffwechsel gerät zunehmend durcheinander. Diabetes, Bluthochdruck und Fettsucht belasten die Gefühle der Betroffenen zusätzlich, weil sie sich wertlos fühlen. Die Auswirkungen der Symptome auf der körperlichen Ebene können mit Bewegung und Sport gemildert werden. Die Betroffenen lernen, mit belastenden Situationen besser umzugehen, steigern ihre Energie zur Problembewältigung, wirken Ermüdungs- und Erschöpfungszuständen entgegen, steigern die Durchblutung und Sauerstoffzufuhr im Gehirn, verbrennen Kalorien, kräftigen ihre Muskulatur, regulieren übersteigerte Aktivitäten und fördern ihr Schlafbedürfnis. Ausdauersportarten wie langsames Joggen und Walking sind besonders geeignet. Zusammen mit einem Lauftherapeuten können sogar Gesprächstherapien in die Natur verlegt werden. Aus Untersuchungen ist bekannt, dass dabei die Gedanken leichter fließen, die negativen Stimmungen weniger extrem erlebt werden und die chemischen Botenstoffe stärker freigesetzt werden. Das Ziel von Bewegung und Sport für die Betroffenen kann das Ablenken von ihren Problemen für eine bestimmte Zeit sein und das Lenken der Haupt- und Zusatzsymptome in milder verlaufende Bahnen.

Weitere Informationen:

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