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Beifuß: nicht nur Gewürz sondern auch Heilpflanze

Beifuß: nicht nur Gewürz sondern auch HeilpflanzeGreen Vital Media GmbH

Erstellt am 2. September 2011

MEINE VITALITÄT Redaktion

von MEINE VITALITÄT Redaktion


Beifuß: Das unscheinbare Gewächs am Straßenrand

Bekannt ist der Beifuß bei uns vor allem als Gewürz für den weihnachtlichen Festbraten und als lästige Plage für viele Heuschnupfenpatienten im Sommer. Doch es steckt sehr viel mehr in der großen, antidämonischen Pflanze, die vor allem für Frauen ein Segen ist.

Obwohl der Beifuß seiner äußeren Erscheinung nach eher unauffällig ist, wird er als „Mutter aller Heilpflanzen“ bezeichnet. Aus dem 11. Jahrhundert ist der angelsächsische Neunkräutersegen überliefert, in dem es heißt: "Erinnerst du dich, Beifuß, was du verkündest/was du anordnest in feierlicher Kundgebung/Una heißt du, das älteste Kraut/Du hast Macht gegen drei und dreißig/Du hast Macht gegen Ansteckung und Gift/Du hast Macht gegen das Übel, das über das Land zieht."

Die legendären Kräfte von Beifuß

Beifuß gehört zur Familie der Korbblütler und heißt im Lateinischen Artemisia vulgaris. Allein schon der Name Artemisia bringt diese Pflanze in eine göttliche Beziehung: Artemis ist die Muttergöttin und Schutzherrin der Kräuterkundigen, sie wird bei Geburten um Hilfe angefleht und gilt als Mutter aller Heilpflanzen.

Die Nordamerikanischen Indianer räucherten mit dem Beifuß gegen Unheil und weihten damit Körper und rituelle Gegenstände.

In China wird er im Kräuterbuch aus den 3. Jahrhundert vor Christus erwähnt. Dort wurde er auf Akupunkturpunkte gelegt und angezündet (Moxibustion).

Auch in unserer germanisch-keltischen Vergangenheit spielte der Beifuß ein große Rolle: Thor, der Donnergott, besaß den Zaubergürtel Megingjardr, der aus Beifuß geflochten war und seine Kraft verdoppelte.

Im 15. Jahrhundert berichtete Tabernaemontanus, dass man die Wurzel aus Beifuß um den Hals trug, um sich vor Krankheiten, die von Dämonen erzeugt wurden, zu schützen – damit wurde die Epilepsie gemeint.

Noch heute verwenden wir den Beifuß in seiner Eigenschaft als magische Pflanze – und zwar als Gewürz bei der Gans. Die Gans symbolisiert die abnehmenden und zunehmenden Kräfte der Sonne, sie ist der Vogel, der den Kundigen in eine andere Welt bringt, wo er seine mystische Einweihung erlebt. Die aus dem Märchen bekannte Frau Holle wird gerne mit einer Gans dargestellt. Frau Holle verband das Diesseits und Jenseits, sie bringt Fruchtbarkeit (die Federn aus der aufgeschüttelten Decke fallen als Schnee hinunter und bringen Fruchtbarkeit) und auch Tod. Im Winter fliegt sie auf einer Gans mit ihrem Geisterheer über das Land in den zwölf Rauchnächten vom 25. Dezember bis zum 6. Januar. In dieser Zeit wird mit Beifuß geräuchert, um sich gegen das Böse zu wehren, welches mitziehen konnte. Noch heute gibt es in der Weihnachtszeit Räuchermännchen. Der Beifuß als Gewürz für den Gänsebraten reinigt ihn von allen dämonischen Einflüssen, es ist quasi ein „Opferbraten“ zu Ehre der Frau Holle.

Die Heilwirkungen von Beifuß

Der Beifuß ist ein heißes Gewächs, er durchwärmt  den Körper und vor allem das kleine Becken. Damit ist er hilfreich bei unregelmäßiger oder schwacher Menstruationsblutung. Durch die Wärme entkrampft er den Uterus und wird zusammen mit dem Gänsefingerkraut gegen Regelschmerzen gegeben. Am besten unterstützt man die Teekur mit Beifuß-Fußbädern und Sitzbädern.

Auch bei chronischen Blasenleiden, Ausfluss und ständig kalten Lenden sollte er gegeben werden. All diese Leiden haben mit dem Symptom der kalten Füße zu tun: wenn diese nicht erwärmt werden, ist jede Therapie nutzlos.

Der Beifuß heißt nicht umsonst "bei Fuß": er hilft nicht nur nach langen Märschen, wenn man fuß wund ist, sondern er erwärmt die Füße auch. Am besten nehmen Sie ein Fußbad vor dem Schlafengehen, dies bringt dazu noch einen erholsamen Schlaf.

Wenn der Kinderwunsch sich nicht einstellt, kann man eine Teekur mit Beifuß  helfen. Aber Achtung: in der Schwangerschaft auf gar keinen Fall einnehmen, hier wirkt er abtreibend. Zur Einleitung der Geburt wurde er hingegen schon in alter Zeit erfolgreich eingesetzt.

Weitere Indikationen sind chronische Eierstockentzündungen oder eine zu schwache Funktion derselben.

Natürlich wird der Beifuß für den Gänsebraten nicht nur als mystische Pflanze eingesetzt, sondern ist wie alle Bitterpflanzen verdauungsfördernd und tonisierend nach zehrender Krankheit. So wirkt Beifuß auch gut gegen Blähungen, Durchfall, Magen- und Darmkatarrh, Appetitlosigkeit, Sodbrennen und als Cholagogum. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Sie unter Gallensteinen leiden.

Man kann das Kraut als Einzelteedrogen verwenden, aber am sinnvollsten ist es in einer Kombination mit anderen Kräutern, die auf die Symptome und den Menschen individuell abgestimmt ist.

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