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Geheimnisvoller Frauenmantel: Um den Tautropfen ranken sich Legenden

Geheimnisvoller Frauenmantel: Um den Tautropfen ranken sich Legenden    iStockphoto.com/Imke Schulze

Erstellt am 1. August 2011

Antje Heinlein

von Antje Heinlein

Heilpraktikerin
Expertin für Pflanzenheilkunde und Augendiagnose

Der Frauenmantel: Ein bewährtes Heilmittel in der Frauenheilkunde

Frauenmantel gehört zur Familie der Rosengewächse und gilt alles Wundermittel gegen die verschiedenen „Frauenleidin“. Unsere Expertin Antje Heinlein erzählt Ihnen, was in der Pflanze steckt und wie Sie die Heilkraft für sich nutzen können.

Der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ist eine durch und durch liebliche Pflanze. Angefangen von ihrer unaufdringlichen Erscheinung, aber wunderschön gestalteten weichen, samtigen Blättern, und den „Tautropfen“ in der Mitte, welche in den Morgenstunden wie Diamanten funkeln. Keine andere Heilpflanze ist so eine Wunderwaffe bei Frauenleiden, wie der Frauenmantel. So beziehen sich auch die weiteren Namen des Frauenmantels auf die Weiblichkeit und sind assoziiert mit der Göttin oder der Jungfrau Maria: Friggas Blume, Marienkraut, Muttergottesmantel, Venusmantel. Die Pflanze hüllt uns tatsächlich ein, beschützt uns und gibt Kraft. Jede Frau, egal welchen Alters, sollte immer wieder Gebrauch machen von dieser mächtigen Heilpflanze.

Die legendären Kräfte des Frauenmantels

Um den „Tautropfen“ in der Mitte des Blattschoßes ranken sich viele Legenden. Er wird mit der Leibesfrucht im Mutterbauch verglichen. Morgens gesammelt galt er den Alchemisten als Himmelswasser und sie versuchten daraus den Stein der Weisen zu bereiten. Kein Wunder, dass sie diese Pflanze nach sich selbst benannten: Alchemilla. Eigentlich ist dieser Tautropfen das Resultat davon, dass die Blätter am Morgen kleine Wassertropfen ausscheiden (Guttationswasser), die sich dann in der Mitte sammeln. Klingt diese Erklärung auch weniger geheimnisvoll als die Suche nach dem Stein der Weisen, so ist doch der Frauenmantel in seiner Heilkraft mehr als mystisch. Obwohl im Labor als Inhaltstoffe fast nur Bitter- und Gerbstoffe gefunden wurden, und Frauenmantel deswegen teilweise von der modernen Kräuterheilkunde verschmäht wird, so erfreut sich die Pflanze nach wie vor in der traditionellen Volksmedizin größter Beliebtheit. Letztlich ist auch ein Mensch immer mehr, als nur die Bestandteile seiner Körpers, welche man im Labor nachweisen kann.

Die Heilwirkungen des Frauenmantels

Bei schmerzhafter Regelblutung, unregelmäßiger Blutung empfiehlt es sich, regelmäßig täglich eine Tasse Frauenmantel-Tee zu trinken und auch ein Sitzdampfbad mit frischem oder getrocknetem Frauenmantel kann die Beschwerden langfristig zum Verschwinden bringen. Für das Dampfbad sollten Sie das Kraut mit kochendem Wasser in einer großen Schüssel übergießen und sich darüber setzen und den Unterleib mit Decken warm halten. Ich habe verwende eine Schüssel aus Plastik, die perfekt in die Toilettenschüssel passt, so dass man ganz bequem sitzen kann. Sie können auch noch ein bisschen Lavendelöl hinzugeben. Eine weitere der ganz großen Wirkungen, ist die ausgleichende Wirkung auf die Hormone. Stimmt die Balance zwischen Östrogenen und Gestagenen nicht, können verschiedene Probleme auftreten: das Prämenstruelle Syndrom (PMS), Endometriose, Myomen, Zysten und Unfruchtbarkeit.

Unterstützung bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und Geburt

In der ersten Zyklushälfte regt der Frauenmantel auch den Eisprung an und erhöht die Empfängnis, in der zweiten wird die Gelbkörperproduktion angeregt und das viel sanfter als durch den oft benutzten Mönchspfeffer. Gelbkörpermangel ist oft die Ursache von unerfülltem Kinderwunsch, Brustschwellungen, Bauchauftreiben und Endometriose. Ab dem 30. Lebensjahr kommt ein Mangel an Gelbkörperhormonen oft vor. Es gibt verschiedene Mittel mit Frauenmantel, die auf natürliche Weise, das heißt ohne Hormonsubstitution, die Gelbkörperproduktion anregen, beispielsweise der Löwe-Komplex Nr. 14 Agnus-castus (Infirmarius-Rovit).
Schwangerschaften, die mit Frauenmantel kontinuierlich begleitet werden, verlaufen oft unproblematischer. Zur Verhütung von Fehlgeburten wird das Kraut über alle Maße gelobt, da es die Muskeln im Unterleib stärkt und so auch die Geburt leichter macht. Im Wochenbett trägt es zu einem rascheren Wundschluss bei, fördert die Rückbildung und kräftigt das Bindegewebe. Außerdem regt es die Milchbildung an.

Für Körper und Seele

Da der Frauenmantel antimikrobiell wirkt, ist er bei allen Scheidenentzündungen als Lokalbehandlung nützlich. Selbst die gefürchteten Papillomaviren, die unter anderem zu Gebärmutterhalskrebs führen können (ab einem PAP-Test von III), werden beispielsweise durch die regelmäßige Gabe von Frauenmantelzäpfchen zum Verschwinden gebracht. Zäpfchen sollten Sie allerdings nicht in der Schwangerschaft anwenden.
Die Pflanze ist nicht nur ein hervorragendes Mittel für die weiblichen Organe, sondern sie ist eine Heilerin für die Seele. Gerade für Frauen, die Schwierigkeiten haben, ihre Weiblichkeit zu leben, die alles an sich heranlassen und eher für andere als sich selbst leben, kann der Frauenmantel hilfreich zur Seiten stehen. Man wird entspannter und kann seine Weiblichkeit annehmen und erhöht die Ausstrahlung.
Besonders für Frauen mit schlechtem Selbstwertgefühl und solche, die unbewusst ihr Geschlecht ablehnen, stärkt eine Venusteemischung die weibliche Ausstrahlung. Lassen Sie sich Ihre Venusteemischung in der Apotheke mischen aus 20 Gramm Betonienkraut, 50 Gramm Damianablätter und 50 Gramm Frauenmantelkraut mit je 20 Gramm Gänsefingerkraut, Muskatellersalbei, Rosenblüten und Schafgarbenblüten. Geben Sie einen Eßlöffel in eine große Tasse Wasser, überbrühen Sie die Mischung und lassen sie zehn Minuten ziehen.

Tipp: Bei jedem Frauenproblem muss ein individuelles Teerezept erstellt werden. Vom Venustee können Sie aber zur generellen Pflege täglich bis zu drei Tassen trinken. Alternativ empfehle ich Ihnen auch die wunderbaren Tropfen von Alcea Alchemilla Urtinktur – lassen Sie zwei bis drei Mal täglich fünf Tropfen im Mund zergehen.

Weitere Informationen:

Mehr über unsere Expertin Antje Heinlein erfahren Sie auf ihrer Webseite: www.hp-heinlein.de

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