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Lüften: frische Luft für ein gesundes Leben

Lüften: frische Luft für ein gesundes Leben    iStockphoto.com/Stas Perov

Erstellt am 28. Januar 2011

Katja Tholen-Ihnen

von Katja Tholen-Ihnen

Diplom-Biologin und freie Journalistin
Schwerpunkt: Gesundheit allgemein

Raumklima: So verbessern Sie richtig die Raumluft

Fenster auf für Ihre Gesundheit! Experten wissen: Falsches Heizen und zu wenig Lüften verursacht Gesundheitsprobleme. Wohnmediziner warnen vor Schimmelpilzen und Ausdünstungen von Chemikalien. MEINE VITALITÄT zeigt Ihnen, wie Sie in Ihrer Wohnung für das richtige Raumklima sorgen.

Es ist der Horror eines jeden Mieters: Dunkle Flecken an den Wänden – Schimmelpilz-Alarm. Sie sehen nicht nur hässlich aus, sondern verbreiten auch einen muffigen Geruch in der gesamten Wohnung. Doch das Schlimmste: Von ihnen geht eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit aus. Deshalb ist es auch noch gefährlicher, wenn sich der Schimmel hinter Schränken versteckt und so das Pilzwachstum erst spät erkannt wird. Zu lange sind dann die Bewohner den giftigen Ausdünstungen ausgesetzt, bis der Schimmelpilz entdeckt wird.

Gerade im Winter breitet sich der ungebetene Gast gerne in den Wohnungen aus. Schuld sind in der Regel bauliche Mängel, wie beispielsweise eine unzureichende Wärmeschutzdämmung. „Gerade dort, wo die Außenwände schlecht isoliert sind und im Winter besonders stark auskühlen, besteht Gefahr“, weiß Doktor Julia Hurraß, Leiterin der Wohnmedizin am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg. „Die Luftfeuchtigkeit kondensiert auf den Oberflächen, und die Schimmelpilze können sich massenhaft vermehren.“

Schlechte Luft macht krank

„Manche Pilzarten sind potente Auslöser von Allergien“, warnt Wohnmedizinerin Hurraß weiter. Doch das ist längst nicht das einzige Problem. Neueste Studie zeigen: Wer in Wohnverhältnissen mit Feuchte- und Schimmelproblematik lebt, kann verstärkt unter Asthmasymptomen sowie einer erhöhten Infektanfälligkeit, beispielsweise für Erkältungskrankheiten, leiden.

Doch nicht nur Schimmelpilze stellen eine gesundheitliche Gefahr in den eigenen vier Wänden dar. Hurraß weist zudem auf Chemikalien hin, die besonders in stark beheizten und wenig belüfteten Räumen ausgasen und sich so in der Raumluft anreichern. Haben Sie also gerade umgebaut, renoviert oder sich neue Einrichtungsgegenstände zugelegt, kann die Luft dick werden.

Ein weiteres Reizthema für die Gesundheit: Im Winter ist die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen, zum Beispiel Büro oder Schule, zu gering. Zusammen mit einer hohen Feinstaubbelastung – die ebenfalls verstärkt in den Wintermonaten auftritt – werden nicht selten die Schleimhäute von Augen und oberen Atemwegen gereizt. Wer nun glaubt, das Verdunsten von Wasser kann da helfen, irrt. Denn das erhöht wiederum das Schimmelrisiko an kalten Oberflächen. Der Experten-Tipp: Trinken Sie stattdessen ausreichend, das lindert die Symptome.

Lüften mit Verstand

Wenn es um das Lüften geht, machen die meisten alles falsch, klärt Expertin Hurraß auf. Deshalb kommt es gerade im Winter zu vermehrtem Schimmelbefall in den Wohnungen. So drehen viele ihre Heizung tagsüber runter, um Energie zu sparen und abends wieder hoch damit es wohlig warm ist daheim. Gelüftet wird dabei eher selten. Schließlich soll es ja auch schön warm bleiben. Doch genau das ist falsch: „Durch Atmung, Schwitzen, Kochen und Duschen befindet sich in der Wohnungsluft viel Feuchtigkeit“, erklärt die Umwelttechnikerin. „Kühlt sich der Raum dann ohne Lüften ab, so schlägt sich die Feuchtigkeit auf die kalten Wände nieder und die Schimmelbildung ist fast vorprogrammiert.“

Wie also machen wir es richtig? Hurraß rät, die Temperatur in allen Räumen möglichst konstant zwischen 19 und maximal 21 Grad Celsius zu halten. Doch fast noch wichtiger ist das regelmäßige und vor allem richtige Lüften. Dabei nutzt man einen besonderen Vorteil der sehr trockenen Winterluft aus: Sie kann nämlich besonders viel Feuchtigkeit aufnehmen und so aus den Räumen heraus befördern.

Unter richtigem Lüften versteht die Leiterin der Wohnmedizin folgendes:

Stoßlüften: Machen Sie mehrmals am Tag in allen Räumen die Fenster weit auf, und zwar für etwa fünf Minuten.

Fenster zu: Danach wieder alle Fenster vollständig schließen. Schnell wärmt sich nun die Kaltluft an den warm gebliebenen Oberflächen auf. Der Energieverlust ist minimal.

Fazit: Wohnmediziner warnen vor den Gefahren des falschen Lüftens. Daher: zu jeder Jahreszeit die Wohnung ausreichend stoßlüften! So hat Schimmel keine Chance und die Schadstoffe sind wie weggeblasen.

Weitere Informationen:

Das Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene in Freiburg bietet auf Anfrage wohnmedizinische Beratungen:

www.uniklinik-freiburg.de 

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