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Wassersommelier Arno Steguweit über den aktuellen Trend zum Mineralwasser-Konsum.

Ist es nicht so, dass gerade die jungen, tüchtigen und dynamischen Genusstypen, vollgepackt mit Erfahrungen aus der ausgiebigen Lektüre einschlägiger Zeitschriften, wie „Der Feinschmecker“, „Vogue“, „GQ“ oder „Cosmopolitan“, immer bewusster auf ihren Körper achten? Sie muten ihm zwar auch mehr zu, lassen sich aber schon lange nicht mehr alles unterjubeln, was angeblich gesund ist.

Generation Ernährungsbewusstsein

So scheinen doch gerade die Jungen erkannt zu haben, dass es enorm wichtig ist, vorher vorzubeugen, statt hinterher zu jammern. Nahrungsmittel, die auf der biologischen Schiene entstehen, erfreuen sich gerade eines Booms und Mineralwasser wird immer gesellschaftsfähiger. Nicht selten wird Farbe bekannt, und wo früher einmal Champagner die Szene dominierte, erhebt man heute Wasser zum Statussymbol. Faltenfreie, erfolgreiche Powerfrauen mit gesundem Selbstbewusstsein im noblen Prada-Outfit flanieren mit einem Designerflakon in der Hand über die Tanzfläche und amüsieren sich königlich. Sie tragen allerdings nicht ihr Parfüm zum nachlegen mit sich, nein, sie genießen den Abend mit einem echten Mineralwasser aus Norwegen, das in einem von Calvin Klein entworfenen Edelbehältnis präsentiert wird und nur noch wenig mit einer herkömmlichen Flasche Mineralwasser gemein hat.

Wasser statt Alkopops

In einer anderen Szene haben sich die „Alkopops“ auf den Rückzug gemacht. Hier entwickelte sich der Trend vom schlechten Prosecco – den man zweifelsohne in Discotheken ertragen musste – zu günstigen, aber ebenso schlechten Alkopops in allen möglichen Geschmacksrichtungen. Aber auch hier ist man schlussendlich beim Mineralwasser gelandet. Eine österreichische Marke hat hier mit seiner eleganten, flakonähnlichen Flasche das Rennen gemacht.

Wasser als Statussymbol

Es scheint also nicht nur Alkohol zu sein, der das Vergnügen an einer Party ausmacht. Es muss das passende Statussymbol sein, mit dem man sich schmückt, und Mineralwasser gelingt es mehr und mehr, sich den Stellenwert zu erobern, den es verdient.
Wichtige Kaufargumente in unserer Gesellschaft sind Fragen, die man sich selbst stellt, wie zum Beispiel: Kann ich mich mit diesem Produkt sehen lassen? Was denken die anderen? Gehe ich mit dem Zeitgeist?

Mineralwasser hat Stil – man muss ihn nur leben!

Habe ich den anderen etwas voraus und gehöre ich zu den Ersten?
Damit beschreiben wir genau einen „Trendzyklus“ in der ersten Hälfte. Nämlich der Hälfte, in welcher der Trend entdeckt und für gut befunden wird. Schnell springen die Trendsetter auf den fahrenden Zug auf, bevor es alle bemerkt haben und sich der Trend zu einer gesellschaftlichen Bewegung entwickelt. So zuletzt geschehen beim Bio-Hype. 
Trend ist das entscheidende Schlagwort. In unserer modernen Gesellschaft ist nichts wichtiger, als immer auf dem neuesten Stand zu sein. Schicke Klamotten, schnelle Autos und Partys bis zum Abwinken, das sind die Attribute, um die sich heute alles dreht. Nur wer ständig am Puls der Zeit fühlt, hat noch eine Chance „angesagt“ zu sein. Genau diesen Aufstieg zum „Muss ich haben“ erarbeitet sich das Mineralwasser gerade. Wie gesagt: Auch im letzten Jahr war Mineralwasser wieder das beliebteste alkoholfreie Getränk der Deutschen. Und das vor allem auch, weil es mehr und mehr einen Imagewechsel vollzieht: vom ausschließlichen Durstlöscher hin zum Fitness- und Wellness-Getränk der Zukunft.

Fazit: Durch das steigende Angebot an verschiedenen Mineralwässern gibt es auch immer mehr Konsumenten, die unbewusst den neuen Trend mit beschreiten. 
Betrachtet man hingegen nur diejenigen Wasserkonsumenten, die bewusst auf die Erfolgsstory des Mineralwassers setzen, so sind wir noch deutlich im Bereich der Innovatoren. Wir befinden uns daher im Gebiet derer, die einen neuen Trend erkennen und ihn nach draußen tragen. Also die Ersten der Ersten – und wer ist nicht gerne dabei, wenn Spannendes seinen Lauf nimmt.