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Ginkgo

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Erstellt am 1. November 2013

MEINE VITALITÄT Redaktion

von MEINE VITALITÄT Redaktion


Ginkgo – Der Mythos der Heilpflanze

Ginkgo soll die Durchblutung fördern, die Konzentrationsfähigkeit verbessern und wird sogar vorbeugend gegen Demenz eingesetzt. Jedoch sind all diese Wirkungen wissenschaftlich nicht belegt und daher umstritten. MEINE VITALITÄT stellt Ihnen Ginkgo genauer vor und bringt Licht ins Dunkel um die tatsächlichen Heilkräfte der Pflanze.

Die Besonderheiten des Ginkgobaums

Ginkgo ist ein echtes lebendes Fossil: Den aus China stammenden Baum gab es bereits vor 250 Millionen Jahren. Er nimmt eine Sonderstellung zwischen Laubbäumen und Nadelbäumen ein, kann über 1.000 Jahre alt und bis zu 40 Meter hoch werden. Ganz besonders hoch ist auch seine Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse, denn das erste Grün, was nach dem Atombombenangriff in Hiroshima austrieb, war der Ginkgobaum. In Deutschland und Europa ist der Ginkgo eine beliebte Straßenbepflanzung, denn auch mit den Abgasen der Stadt kommt er erstaunlich gut zurecht.

Die Inhaltsstoffe von Ginkgo

Die relevanten sekundären Pflanzenstoffe befinden sich hauptsächlich in den fächerförmigen Blättern des Ginkgobaums. Sie enthalten zum einen so genannte Terpene, die Hauptbestandteil der ätherischen Öle sind, und zum anderen Flavonoide.

Die Zubereitung von Ginkgo in Form von Tee ist nicht ratsam, da allein durch heißes Wasser die wirksamen Pflanzenstoffe nur unzureichend aus den Blättern herausgelöst werden. Zudem enthält Ginkgo-Tee in unterschiedlicher Menge Ginkgolsäure, die Allergien und Entzündungen der Magenschleimhaut hervorrufen kann. Daher ist der zulässige Gehalt von Ginkgolsäure in Medizinprodukten mit hochkonzentrierten Inhaltsstoffen wie Ginkgo-Tabletten oder Ginkgo-Kapseln beschränkt.

Ginkgo als Heilpflanze

Das Zusammenwirken der Inhaltsstoffe Terpene und Flavonoide ist für die Wirkung von Ginkgo verantwortlich. In Laborversuchen weist die Mischung dieser Substanzen mehrere Effekte auf: Sie hemmt die Blutgerinnung, wirkt antioxidativ (das heißt, sie fängt die schädlichen freien Radikale ein) und schützt Nervenzellen vor negativen Einflüssen. Die Stoffe unterstützen außerdem bestimmte Botenstoffe im Gehirn, die Gedächtnis und Lernen beeinflussen.

Wegen dieser Laborergebnisse vermuten Forscher, dass die Einnahme von Ginkgo-Präparaten bei schlechter Konzentrationsfähigkeit und nachlassender geistiger Fitness hilft und Krankheiten wie Demenz positiv beeinflusst. Auch Durchblutungsstörungen, wie beispielsweise bei Schwindel oder Tinnitus, sollen dadurch entscheidend verbessert werden.

Die Wirkung von Ginkgo ist umstritten

Jedoch sind all die Effekte von Ginkgo beim Menschen wissenschaftlich nicht belegt, denn bisherige Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Einige Untersuchungen zeigen, dass die Einnahme von Ginkgo das Fortschreiten der Demenz verlangsamt, während sich bei anderen die Gedächtnisleistung von gesunden Teilnehmern nicht verbesserte.

Auch die bisher größte Studie zur Wirkung von Ginkgo mit über 3.000 Teilnehmern im Alter zwischen 72 und 96 Jahren kommt zu einem eher ernüchternden Ergebnis: Über einen Zeitraum von sechs Jahren nahm die eine Hälfte der Probanden zweimal täglich ein Ginkgo-Präparat ein, während die andere Hälfte ein wirkungsloses Placebo erhielt. Bei der Auswertung konnten die Forscher der University of Pittsburgh keinen Unterschied zwischen beiden Gruppen feststellen: Die Einnahme von Ginkgo verbesserte weder die allgemeine geistige Leistung noch einzelne kognitive Funktionen des Gehirns.

Fazit:
Ob Ginkgo tatsächlich hilft die Konzentration und geistige Fitness zu verbessern, ist umstritten, da Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Wenn Sie auch im Alter körperlich und geistig fit bleiben möchten, setzten Sie besser auf eine ausgewogene Ernährung, moderate Bewegung und regelmäßiges Gehirntraining.

Weitere Informationen zu Studien über die Wirkung von Ginkgo finden Sie auf der Website www.aerztezeitung.de

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