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Salbei: wirkungsvolle Heilpflanze auch für schöne Zähne

Salbei: wirkungsvolle Heilpflanze auch für schöne Zähne    iStockphoto.com/arc65

Erstellt am 28. Januar 2011

Simone Guski

von Simone Guski

freie Journalistin
Schwerpunkt: Ernährung

Salbei: Die Wirkungen der Schmalen Sophie

Halsschmerzen? Dagegen hilft Salbeitee oder schon einfach ein Salbeibonbon. Auf Latein heißt Salbei „Salvia“ - bezeichnenderweise „die Heilende“. Bereits in der Antike wurde Salbei rund ums Mittelmeer in Kräutergärten gehegt und in der Heilkunde geschätzt.

Unter einem Salbeistrauch haben einst Maria und Josef mit dem Jesuskind Zuflucht auf der Flucht nach Ägypten gefunden. Daher rührt der Legende nach seine wohltuende Wirkung. Hildegard von Bingen hinterließ eine Reihe von Rezepten, die alle auf der Anwendung von Salbei basieren. Als im 17. Jahrhundert der Handel zwischen Fernost und Europa blühte, tauschten die Chinesen von den Holländern sogar die dreifache Menge Tee gegen getrockneten Salbei ein.

Diplom-Biologin Waltraud Linke weiß, „die Gerbstoffe in den rauhen, mit kleinen Härchen versehenen Blättern des Echten Salbeis, Salvia officinalis, aber auch des Muskatellersalbeis hemmen Entzündungen und beugen vor.“ Die beim Zerreiben der Blätter erfrischend duftenden ätherischen Öle der Pflanze verhindern in vielfältigen Anwendungen das Wachstum von Bakterien, Viren und Schimmelpilzen. Salbei enthält die krampflösenden ätherischen Öle Thujon, Campher und Lineol und den Bitterstoff Salvin, dem wir vor allem die entzündungsheilende Wirkung verdanken, so Waltraud Linke. „Von den rund 900 Arten des im violett, tiefblau bis weiß blühenden krautigen Lippenblütlers kommen nur 36 aus Mitteleuropa. Die meisten gedeihen in den Tropen und Subtropen, wie der fast schwarz blühende Peruanische Salbei und der ebenfalls heilende Ananassalbei.“ Der duftet tatsächlich nach Ananas.

Salbei hält die Zähne weiß

Die „Schmale Sophie“, wie Salbei im Volksmund heißt, hilft bei Nervosität und in den Wechseljahren. Sie lindert als Badezusatz Schweißausbrüche und regt beim Stillen an. Salbei wird auch gegen Hautentzündungen verwandt. Dazu bereiten Sie einen Aufguss von 500 bis 1000 Gramm Salbei in drei bis vier Litern Wasser auf ein Vollbad. Noch lässt Salbei Ihr Lächeln strahlen: Salbei-Tinktur hilft bei Zahnfleischentzündungen, und täglich ein Salbeiblatt kauen hält die Zähne weiß. Magen-Darm-Beschwerden lindert Salbei folgendermaßen: Geben Sie 30 Gramm getrockneter Blätter einem Liter Rotwein zu und trinken Sie davon täglich ein Schnapsglas.

Salbei als Knabberbeilage

Salbei lässt sich selbst ziehen, ernten und konservieren. Waltraud Linke: „Schneiden Sie die obersten zehn Zentimeter eines Zweiges kurz vor dem Blühen ab und hängen sie ihn zum Trocknen auf. Später lassen sich dann die Blätter vom Stengel streifen und in einem Schraubglas verwahren.“

Wohlgeschmack und gesundheitsfördernden Wirkung lassen sich bekömmlich verbinden. Salbei wird gern in der Küche verwendet. Zu Fleischgerichten, Fischgerichten, zu Leber. Auch für Salbeibutter. Getrocknete Blätter durch erwärmte Butter gezogen, bilden hübsche Salbei-Butterschiffchen. Die Blätter lassen sich jedoch genauso leicht in gutem Olivenöl knusprig backen und als Knabberbeilage servieren.

Für einen guten Salbeitee werden zwei Teelöffel getrockneter oder frischer Blätter, mit heißem Wasser aufgegossen, nach zehn Minuten abgesiebt und zwei- bis dreimal täglich getrunken. Hausfrauen und Mediziner kennen eine Vielzahl weiterer Anwendungen des duftenden Krautes. Schon ein Salbeistock auf dem Küchenfensterbrett kann sich als sehr nützlich erweisen.

Gut durch den Winter gebracht

„Salbei wächst gut auf trockenen Böden und gedeiht prächtig auf dem sonnigen Balkon“, berichtet Waltraud Linke. Aufmerksam von welken Blütenständen befreit, blüht er von Mai bis in den November hinein. Die Biologin warnt: „Niemals die schon verholzten Pflanzenteile beschneiden!“ Am besten überwintert die Pflanze nahe dem Haus im Trockenen.

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