©iStock/dulezidar
Advertisement

Es ist inzwischen wissenschaftlich belegt, dass Olivenöl ein sehr gesundes Fett ist. Unser Experte Dieter Oberg sagt Ihnen, was genau so toll am Olivenöl ist.

Seit langem ist bekannt, dass in den Mittelmeerländern wesentlich weniger Menschen an Arteriosklerose und Herzinfarkt leiden als in unseren Breitengraden. Inzwischen wurde auch wissenschaftlich festgestellt, dass die großzügige Verwendung von Olivenöl in der mediterranen Küche dafür mitverantwortlich ist. Diese Erkenntnis basiert auf einer Arbeit aus dem Jahre 1971 und hat bis heute Bestand, auch wenn in diesen Gebieten heute auch andere preiswertere Öle eingesetzt werden. Aber auch nach der aktuellsten größeren Studie aus dem Jahr 2002 von Antonia Trichopoulou sind die Effekte der mediterranen Ernährung immer wieder wissenschaftlich bestätigt und vertieft worden. Ungeachtet dieser wissenschaftlichen Ergebnisse wird aber auch stets betont, dass neben einer insgesamt mediterranen Kost zusätzliche Faktoren wie sportliche Aktivitäten, die Vermeidung von Stress und moderater Alkoholgenuss weitere wesentliche Bestandteile des Ganzen sind.

Idealer Mix aus Fettsäure und Antioxidantien

Olivenöl enthält bis zu 80 Prozent Ölsäure – eine einfach ungesättigte Fettsäure – von der bekannt ist, dass sie sich günstig auf den Cholesterinspiegel im Blut auswirken kann. Der hohe Anteil der einfach ungesättigten Fettsäure bringt es mit sich, dass in Olivenöl nur ein sehr geringer Anteil der instabileren mehrfach ungesättigten Fettsäure vorhanden ist, die zu Oxidation im Blut führen kann. Die im Olivenöl befindliche Ölsäure wirkt sich nur auf den Anteil des sogenannten „schlechten“ LDL-Cholesterins (LDL = Low Density Lipoproteine) aus, die das Cholesterin in die Zellen transportieren. Wenn sich nämlich LDL-Cholesterin in den Zellen der Innenwände von Blutgefäßen ablagert, kann das zu Arteriosklerose und Folgeerkrankungen führen. Das „gute“ HDL-Cholesterin (HDL = High Density Lipoproteine) bleibt erhalten oder kann sogar leicht zunehmen. HDL-Cholesterin befördern das Cholesterin wieder aus den Zellen heraus in die Leber, wo es ab- oder umgebaut wird. Einfach ungesättigte Fettsäuren, benannt als Ölsäure, sorgen also für ein günstiges Verhältnis zwischen dem „schlechten“ LDL-Cholesterin und dem guten HDL-Cholesterin. Auch die heute sehr stark diskutierte Linolensäure (Omega-3 Fettsäure) ist im Lipidprofil von Olivenöl in geringen, aber ausreichenden Maß vertreten und verstärkt die gesamte antioxidative Wirkung. Die Fettsäurezusammensetzung von Olivenöl gleicht im Übrigen sehr stark der Muttermilch.

Sekundäre, antioxidative Pflanzenstoffe

Speziell natives Olivenöl extra enthält eine große Zahl strukturell unterschiedlicher Komponenten. Zu diesen sogenannten Fett-Begleitstoffen gehören zum Beispiel Vitamine wie Tocopherol (Vitamin E), Flavonoide, Phenole (zum Beispiel Oleuropein), Kohlenwasserstoffe, Sterole sowie Geschmacks- und Aromastoffe. Während die aromatischen Substanzen für den charakteristischen Geschmack und das Aroma des Öls verantwortlich sind, erhöhen die anderen Substanzen seine Stabilität, indem sie schädliche und zerstörerische Prozesse verhindern, wie die durch freie Radikale verursachte Oxidation von Lipiden.
Für die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehörenden Kohlenwasserstoffe und Phytosterine belegen viele Studien vor allem schützende Eigenschaften gegen Krebserkrankungen.

FAZIT: Angesichts möglicher zusätzlicher synergetischer Effekte zwischen allen genannten Fettbegleitstoffen sowie der günstigen Fettsäurezusammensetzung könnten die präventiven gesundheitsfördernden Wirkungen des Olivenöls in seiner Gesamtheit sogar größer sein als die Summe der positiven Effekte der einzelnen Inhaltsstoffe. Immer mehr Wissenschaftler und Ernährungsexperten raten heute zur gesunden Mittelmeerkost, in der das Olivenöl sowohl geschmacklich als auch ernährungsphysiologisch eine überragende Rolle spielt.

Weitere Informationen:

Dieter Oberg ist Leiter der Informationsgemeinschaft Olivenöl e. V.: www.olivenoel-info.net

Advertisement