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Traditionsreich: die Geschichte des Olivenöls

Traditionsreich: die Geschichte des Olivenöls    iStockphoto.com/Piotr Żabicki

Erstellt am 10. Oktober 2011

Dieter Oberg

von Dieter Oberg


Experte für Olivenöl

Produkt der Götter: Die Geschichte des Olivenöls

Die Geschichte des Olivenöls reicht weit bis ins Altertum zurück. Die luxuriöse Handelsware war nicht nur Nahrungsmittel, sondern wurde in vielen Bereichen des Lebens verwendet. Dieter Oberg von der Informationsgemeinschaft Olivenöl gibt Ihnen einen intensiven Einblick in die traditionsreiche Geschichte des Olivenöls.

Wie intensiv der Ölbaum und seine Frucht mit dem religiösen und weltlichen Leben verknüpft war, machen zahlreiche Überlieferungen in Schrift und Kunst deutlich. Und auch Bräuche und Feste haben sich bis heute erhalten, in denen das Olivenöl eine Rolle spielt. Bis heute steht der Ölbaum in vielen Gebieten als Symbol für eine sesshafte Lebensweise, in der Traditionen gepflegt werden.

Olivenöl kulturell

Auf der Erde gibt es keine zweite Nutzpflanze, die in ihrer Bedeutung von Kult, Kunst und Kultur dem Olivenbaum ähnlich ist. Das Archaische des Baumes hat sich bis heute erhalten und in mancher Ölmühle spürt man immer noch die Seele, die sich im Olivenöl verbirgt.

Auch in Dichtungen der Antike findet Olivenöl seinen Widerhall. An mehreren Stellen finden sich Zitate, die darauf schließen lassen, wie wichtig Öl in damaliger Zeit war. So der Ausspruch von Horaz: „Gieße Öl in das Feuer“. Gepriesen wird Olivenöl auch von Dichtern der Neuzeit, von Goethe über Georges Sand und Erich Kästner bis zu Christa Wolff und Rainer Kunze. Velasquez in Spanien, van Gogh in Frankreich, unzählige Künstler in anderen Ländern des Mittelmeergebietes haben sich vom Baum der Olive und der Farbe der Blätter inspirieren lassen.

Olivenöl olympisch

Herakles gründete die Olympischen Spiele. Der Olivenzweig wurde als Zeichen des Sieges zum Kranz gewunden und den Kämpfern auf das Haupt gesetzt. Außerdem erhielten sie viele Amphoren mit Olivenöl als Siegesprämie. Zur Vorbereitung auf die Spiele wurde den Kämpfern, wie bei Homer nachzulesen ist, eine besondere Diät verordnet, die hauptsächlich aus Speisen mit Olivenöl bestand. Auch wurden sie mit Olivenöl massiert. Das auf die Haut aufgetragene Öl bildete einen Film, der die Poren vor dem Eindringen von Schmutz schützte und zusätzlich vor Kälte und Sonnenbrand.

Olivenöl kosmetisch

Besonders bei den Griechen und Römern wurde ein beachtlicher Teil des gewonnenen Olivenöls für die Körperpflege verwendet. Man benutzte es wie ein reinigendes Mittel und rieb sich vor und nach dem Bad damit ein. Oder das Olivenöl wurde mit Duftstoffen, die man aus Blüten gewann, angereichert und als kosmetisches Salböl einmassiert. In vielen Kosmetika der modernen Zeit ist Olivenöl enthalten und immer mehr Menschen reiben ihre Haut als Sonnen- oder Kälteschutz mit Olivenöl ein.

Die Verträglichkeit liegt daran, dass die Fettsäure-Zusammensetzung von Olivenöl der der Haut sehr ähnlich ist. Auch in Seifeprodukten wird Olivenöl immer beliebter. In Chania auf Kreta, auf der Insel Mytilini (Lesbos) und in Marseille gibt es Seifenfabriken, die seit über 100 Jahren hundertprozentig reine Olivenseifen ohne chemische Zusätze herstellen. Diese Seife sorgt für eine besonders geschmeidige Haut.

Olivenöl leuchtend

Was für uns heute die elektrische Glühlampe ist, war für die Völker des Mittelmeerraumes die Öllampe, welche Häuser, Paläste und Tempel beleuchtete. Mit unerschöpflicher Phantasie erzeugten Griechen und Römer ungeheure Mengen dieser kleinen Lampen, die bevorzugten Materialien waren Ton, Bronze, sowie Silber und Gold. Auf Grund des vielseitigen Einsatzes im Haushalt kamen zum Beispiel die Griechen seinerzeit auf über 50 Liter Olivenölverbrauch pro Jahr. In manchen Kirchen wird heute noch Olivenöl für Lichter genutzt.

Olivenöl heilend

Der griechische Philosoph Demokrit berichtete, dass man hundert Jahre alt werde, wenn man „innerlich Honig und äußerlich Öl“ anwende. Auch der römische Naturforscher Plinius schreibt dem Öl besondere Kräfte zu: „Zwei Flüssigkeiten sind es, die dem menschlichen Körper angenehm sind, innerlich der Wein und äußerlich das Olivenöl, die beide von Bäumen stammen, aber das Öl ist das Notwendigere.“  So wurde in der Antike Olivenöl als universelles Heilmittel verabreicht, von Atembeschwerden bis zu Zahnfleischbluten. Übrig geblieben ist im Sinne einer traditionellen Volksmedizin, dass auf Grund der Kraft der südlichen Sonne und des reichlich vorhandenen Vitamin E sowie anderer Substanzen das Olivenöl Heilkräfte besitzt. Es pflegt die Haut, wirkt desinfizierend, wundheilend und beruhigend bei allergischen Hauterkrankungen. Das naturbelassene Produkt gilt als idealer Trägerstoff für Formulierungen mit ätherischen Ölen. Ob Haut oder Haar, Muskeln oder Gelenke, Wunden oder Verdauung – je nach Glaube oder Erfahrung kann Olivenöl seine Heilkraft wirken lassen.

Olivenöl kulinarisch

Den Kretern diente die Olive bereits 5.000 vor Christus als Nahrung. Über altgriechische Küchenbräuche erfahren wir etwas in den Schriften des Aristophanes: Ob Gemüse- oder Fleischgerichte, ob Gebäck oder Süßspeisen, alles wurde mit Olivenöl gekocht oder gebacken. Auch im alten Rom waren Öl und Oliven tägliches Nahrungsmittel. Der Anbau deckte bei weitem nicht den Bedarf der Römer, so dass Olivenöl aus den Provinzen, vor allem aus Spanien und Nordafrika, eingeführt werden musste.  Im welchem Umfang Schiffsladungen mit dem geschätzten Öl nach Rom gebracht wurden, davon zeugt auch der Testaccio-Hügel bei Ostia: er besteht nur aus den Scherben zerbrochener Ölgefäße.

Olivenöl historisch

Nach Andrew Baldy gab es im Nahen Osten bereits in der Jungsteinzeit wilde Olivenbäume. Die Verbreitung begann etwa 5.000 vor Christus und verstärkte sich ab 2000 bis 1400 vor Christus, als der Baum sich vom Zweistromland (das alte Mesopotamien) über Syrien, Libanon, Palästina bis nach Kreta und den Peloponnes ausdehnte. Ein bedeutendes Zentrum war das minoische Kreta. Dort wurden in Zakros 3.500 Jahre alte Tonbehälter mit Tafeloliven entdeckt. In Pylos (Südpeloponnes) fand man 51 Tontafeln, die Angaben über Empfänger und Bestimmungsorte von Ölsendungen sowie über qualitative Einstufungen des Öls und Liefermengen enthalten. Während die Griechen die Expansion des Olivenbaumes besonders in den Küstengebieten Kleinasiens, Süditaliens, Siziliens, Südfrankreichs und Nordafrika betrieben, ist eine weitere Expansionsphase den Römern zuzuschreiben.

Sie betrieben den Anbau über den gesamten Mittelmeerraum inklusive Spanien. Nach dem Fall Karthagos wurden die Kulturen stark vergrößert und der Handel wurde intensiviert. Aus dieser Zeit stammt bereits die starke Dominanz Italiens, denn die Römischen Kolonialherren verdienten sich mit Ölhandel große Reichtümer. Der Botaniker Carl von Linné (1707 – 1778) hat den echten Ölbaum Olea europaea L. getauft.

Weitere Informationen:

Die Informationsgemeinschaft Olivenöl informiert Sie umfassend zu dem Thema: www.olivenoel-info.net

Einfach liefern lassen: Bei Gustini.de gibt es auf Bestellung verschiedene Olivenöle aus Italien nach Hause geliefert.

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