AUSSEHEN MODE SCHUHE

Schuhtick in der Retrospektive

Schuhtick in der Retrospektive    iStockphoto.com/MIMOHE

Erstellt am 31. Januar 2011

Tobias Börner

von Tobias Börner

Online-Redakteur
Schwerpunkt: Bewegung, Trendsports

Schuhgeschichte I: Bereits Ötzi trug Schuhe

Schuhe sind ein Kulturgut der Menschheit und haben eine lange Geschichte. Von einfachen Tierfellen bis zum robusten und schicken Volllederschuh vergingen einige Jahrtausende. Die Geschichte der Schuhe im Schnelldurchlauf.

Der Fund von Ötzi am 19. September 1991 in den Ötztaler Alpen war eine Sensation. Niemals zuvor wurde ein so gut erhaltener Körper aus der Jungsteinzeit entdeckt. Doch nicht nur der Körper der Gletschermumie war dank seiner Lagerung im ewigen Eis in einem außergewöhnlich guten Zustand. An seinen Füßen fanden sich beinahe unversehrt gebliebene primitive Schuhe. Das Obermaterial war aus Hirschfell, der Innenschuh bestand aus Lindenbastgeflecht, die Polster- und Isolierschicht aus Grasfasern und die Sohle aus Bärenfell. Ihr Alter wird auf etwa 5.300 Jahre geschätzt. Funde wie dieser sind äußerst selten und damit der materielle Beweis, wie alt das Wissen der Menschheit um Schuhe tatsächlich ist. Und es reicht noch weiter zurück. Erste bildliche Darstellungen der Fußbekleidung finden sich auf Wandmalereien, die in der Höhle von Altamira in Spanien gefunden wurden. Diese etwa 13.000 bis 15.000 Jahre alten Motive porträtierten Jäger, die mit Stiefeln aus Tierhaut und Fell ausgestattet waren. Der älteste Hinweis auf die Nutzung von Schuhen geht sogar 40.000 Jahre zurück. In der Tianyuan-Höhle bei Peking fanden Wissenschaftler Beinskelette. Anhand der besonderen Knochenentwicklung kamen sie zu der Theorie, dass diese Menschen bereits Schuhe gekannt haben müssen, da ihre Knochen beim reinen Barfuß laufen einer anderen Belastung ausgesetzt gewesen wären. Schuhfunde aus dieser Zeit existieren hingegen nicht.

Ein klassischer Ur-Schuh existierte nicht

Im Gegensatz zum Urmenschen kann von einem Ur-Schuh nicht die Rede sein. Abhängig von klimatischer Region wurden entweder Tierfelle um die Füße und Waden gewickelt oder Palmenblätter unter die Fußsohle gebunden. Diese Maßnahmen boten entsprechend Schutz vor Kälte oder Hitze. In den kälteren Regionen der Erde waren diese Schutzmechanismen Vorläufer der Stiefel, in den heißen Regionen kann von Urtypen der Sandale gesprochen werden. Die Entwicklungen des Schuhs passten sich den jeweils herrschenden klimatischen Bedingungen an und dienten viele tausend Jahre lang allein dem Zweck, bevor sie auch eine modische und gesellschaftliche Bedeutung erhielten. Eine erste Hochphase der Schuhgeschichte stellt die Antike dar. Abbildungen auf gefundenen Wand- und Tonmalereien beweisen, dass Schuhe zum Allgemeingut wurden. Die berühmtesten Vertreter dieser Epoche sind die ägyptische Zehenstegsandale und die römische Sandale mit Riemenbefestigung. Bereits in der Antike waren Schuhe ein Indikator für den jeweiligen Stand des Trägers. Lediglich Priester und der Pharao durften in Ägypten Sandalen tragen. Im Griechenland der Antike unterschied sich der freie Bürger vom Sklaven durch den Besitz von Schuhen und im Römischen Reich war es allein dem Kaiser vorbehalten, rote Sandalen zu tragen. Ebenfalls war die Anzahl der Riemen an der Sandale festgelegt, um Auskunft über den militärischen Rang eines Legionärs zu geben. Je mehr Riemen vorhanden waren und je dünner die Sohle, desto höher fiel dieser aus.

Schuhe blieben über Jahrhunderte unverändert

Im keltischen Raum dominierten robustere Schuhe wie die Opanke. Dabei handelte es sich um absatzlose Schuhe, bei denen die hochgebogene Sohle mit einer schnabelförmig aufgesetzten Spitze an den Schaft geflochten wurde. Getragen wurde sie vornehmlich von der Landbevölkerung. Franken und Germanen, die ursprünglich mit einfachen, bis zu den Knien reichenden Fußsäcken aus ungegerbtem Fell ausgestattet waren, entdeckten ab 500 v. Chr. die Bundschuhe für sich. Darunter können sich Lederschuhe vorgestellt werden, die mittels eines langen Riemens gebunden wurden. Diese frühen Schuhmodelle blieben über Jahrhunderte nahezu unverändert. Mit dem Beginn großer Völkerwanderungen ab etwa dem 4. Jahrhundert kam es dann zu einem gewissen Stilaustausch. Designs des Morgenlandes fanden ihren Weg nach Mitteleuropa und sollten die Schuhmode nachhaltig beeinflussen. Wer sich besonders über die Erfindung des Absatzes freute, warum durch die Industrielle Revoulution ein wahrer Schuh-Boom ausgelöst wurde und wo die klassischen Schuhmodelle der Gegenwart ihren Ursprung haben, erfahren Sie im zweiten Teil der Schuhgeschichte.

Weitere Informationen:

Weiteres Schuhwissen finden Sie auf den Seiten des Gentleman-Blogs:

www.gentleman-blog.de

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