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Thymian: das älteste schriftlich erwähnte Nutzkraut

Thymian: das älteste schriftlich erwähnte Nutzkraut    iStockphoto.com/Sandra Caldwell

Erstellt am 28. Januar 2011

Simone Guski

von Simone Guski

freie Journalistin
Schwerpunkt: Ernährung

Thymian: Sonne, Duft und mehr

Ob im Winter oder Sommer – die Wohltaten des Südens sind immer bekömmlich. Thymian verwöhnt Leib und Seele.

„Ich weiß die Höh´, wo wilder Thymian blüht,/ wo Maßliebchen in dem Gras und Veilchen blüht/ wo dicht gewölbt des Geißblatts üpp´ge Schatten/ sich mit dem Hagdorn und Jasmin begatten“ – so dichtete Shakespeare und meinte den violett blühenden Quendel. Denn nur am Mittelmeer ist der Echte Thymian zu Hause – „mit mehr als 30 verschiedenen Arten allein in Südwesteuropa“, wie Professor Hartmut Ern, emeritierter Mitarbeiter des Botanischen Garten Berlin, erläutert. Aber Shakespeare lag gar nicht so falsch: Auch in nördlicheren Gefilden kommen einige Thymianarten vor, hier meist Quendel oder Feldthymian genannt.Beiden wird vielfältige Heilkraft zugeschrieben – dem Echten Thymian mit seinen kleinen weißrosa Blüten freilich um einiges mehr. Holen Sie sich etwas davon nach Hause. Es wird Ihnen und ihrer Gesundheit gut tun.

Thymian ist das älteste schriftlich erwähnte Nutzkraut. Schon die Ägypter rühmten es, als „thum“ oder „tham“ im „Papyros Ebers“ vor 3.500 Jahren. Sie setzten es wegen seines Wohlgeruchs zur Waschung der Toten und bei der Mumifizierung ein. Römer und Griechen gebrauchten ihn als Weihrauch. Dass im Aroma auch Gesundheit und Stärkung liegen, wussten sie ebenso.

Vom Kräuterkissen bis zum Gewürz

Im Garten liebt der Thymian es verständlicherweise trocken, sonnig in durchlässiger und kalkreicher Erde. So hält er sich viele Jahre. Vom Kräuterkissen bis zum Gewürz hat der Thymian bis heute zahlreiche Anwendungen. Am direktesten wirken seine terpentinähnlichen Phenole Thymol und Carvacrol auf die Atmungsorgane antibiotisch und entzündungshemmend bei Erkältungen Husten, Kehlkopfentzündungen, wegen seiner reizhemmenden Fähigkeiten auch bei Asthma. Dazu setzen Sie einen Thymian-Tee auf.

Bei chronischen Gelenkentzündungen, aber auch bei Hautproblemen helfen Thymiankompressen: Sie übergießen zwei Esslöffel getrocknetes Thymiankraut in einem kleinen Gefäß mit einem halben Liter heißem, nicht mehr kochenden Wasser, lassen es fünf Minuten abgedeckt ziehen, geben es durch ein Sieb in eine Schüssel und füllen einen weiteren halben Liter kochendes Wasser zu. Das in das heiße Wasser getauchte Tuch solange auflegen, wie Sie es als warm und angenehm empfinden.

Auf Thymian gebettet

Für ein Thymiankissen stopfen Sie einen kleinen Kissenbezug mit Thymianstengeln und –blüten. Durch die Körperwärme werden die Ätherischen Öle des Thymians frei. Sie beruhigen außerdem das Gemüt und wirken schleimlösend auf die Atemwege. Hierfür legen Sie das Thymiankissen auch tagsüber unter Ihr Kopfkissen und drehen es nachts um. Wegen seiner krampflösenden Wirkung lindert ein Thymiankissen auf den Bauch gelegt ebenfalls die Regelschmerzen.

Doch Thymian kann noch viel mehr: Er schmeckt auch einfach gut – besonders zu Fleisch und Fisch. Richten Sie ein echtes „blackening spice“ à la New Orleans an. Tauchen Sie dazu Fleisch oder Fisch kurz in flüssige Butter, bedecken es reichlich mit einer Kräutermischung aus Thymian, Oregano, Knoblauch und Zwiebelpulver, Salz und mittelscharfer Paprika, bräunen es schnell in einer schweren Pfanne bei hoher Hitze ohne Zusatz von weiterem Fett, bis sich die Kräuter dunkel färben. So schmecken Sie den Süden!

Weitere Informationen:

Thuri Maag: „Thymian: Warenkunde & Rezepte“ (Hädecke Verlag Weil, 16,90 Euro)

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