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Ursachen für Schwitzen können vielfältig sein

Ursachen für Schwitzen können vielfältig sein    flickr.com/ Franz Ferdinand Photography

Erstellt am 22. Februar 2016

MEINE VITALITÄT Redaktion

von MEINE VITALITÄT Redaktion


Ohne Schweiß: Was tun gegen übermäßiges Schwitzen?

Der Volksmund sagt: „Schwitzen ist gesund“. Damit sind zum einen die lohnenden Effekte schweißtreibender Tätigkeiten gemeint und zum anderen das berüchtigte „Rausschwitzen“ einer fiebrigen Erkältung. Der Volksmund hat insofern recht, als die Schweißproduktion dazu beiträgt, die Körpertemperatur konstant zu halten. Außerdem kurbelt das Schwitzen während körperlicher Anstrengung den Kreislauf an und fördert die Durchblutung.

Doch das Schwitzen hat auch seine Schattenseiten. Schweißflecken sind lästige Begleiter in den heißen Sommermonaten. Aber selbst wenn die nassen, dunklen Stellen unter den Achseln reichlich Gesprächsstoff für die Dinnerparty liefern und die Klatschpresse von klatschnassen Prominenten nie genug bekommt – Schweißflecken sind zunächst einmal harmlos!

Allerdings kann übermäßiges Schwitzen sehr wohl auch ein Warnsignal dafür sein, dass etwas mit dem Körper nicht stimmt und im Extremfall sogar ein eigenständiges Krankheitsbild darstellen: Hyperhidrose. Diese Form des übermäßigen Schwitzens ist oft hormonell bedingt und die Betroffenen können kaum etwas gegen die Ursachen tun.

Die Symptome hingegen lassen sich mit folgenden Tipps durchaus eindämmen.

Alltagstaugliche Tipps gegen Schwitzen

Wenn es darum geht, das Vorstellungsgespräch trotz Nervosität oder den Abend im schicken Kostüm ohne sichtbare Körperausdünstungen zu überstehen, kann natürlich ein wenig nachgeholfen werden. Die gängigsten Ansätze zur Verhinderung von Schweißausbrüchen:

  • Antitranspirant: In vielen handelsüblichen Deodorants ist eine Kombination aus Stoffen enthalten, die einerseits den Schweißgeruch bekämpfen, der vorwiegend durch Bakterien entsteht. Andererseits sorgen die enthaltenen Antitranspirante dafür, dass weniger Schweiß aus den Poren austritt, indem sie die Schweißdrüsen verengen.
  • Passende Kleidung: Natürlich ist das hauchdünne Seidenkleid schneller „durchgeschwitzt“ als der flauschige Wollpullover. Allerdings sollte die Kleidung auch auf die Witterungsverhältnisse abgestimmt sein – bei 30 Grad Außentemperatur schlägt der kaschierende Effekt von kräftig gewebten Klamotten gleich ins Gegenteil um. In der Sommerzeit empfehlen sich atmungsaktive Stoffe und luftdurchlässige Materialien.
  • Scharfes Essen vermeiden: In kräftig gewürzten Speisen ist der Schärfestoff Capsaicin enthalten. Dieser regt den Kreislauf und die Durchblutung an. Erhöhte Schweißproduktion ist die Folge.
  • Körpergewicht reduzieren: Dünne Menschen schwitzen weniger stark als dicke. Die Ursache hierfür ist noch nicht endgültig geklärt, am wahrscheinlichsten ist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Erstens wirkt das Körperfett isolierend, weshalb dicken Menschen schneller warm wird. Zweitens verändert Übergewicht auch den Hormonhaushalt des Körpers und damit vermutlich die Aktivität der Schweißdrüsen.

Bei krankheitsbedingtem, übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrose) bringt es leider kaum Linderung, auf scharfes Essen zu verzichten und Unmengen an Antitranspirant zu verwenden. Hier müssen idealerweise die tieferliegenden Ursachen behandelt werden, die das Schwitzen auslösen.

Schwitzen als Krankheit: Hyperhidrose

Die Ursachen für diese Krankheit können vielfältig sein: ein veränderter Hormonhaushalt (etwa durch Übergewicht, Wechseljahre), psychische Erkrankungen, chronische Infekte oder Kreislaufstörungen. Bekommt man die Ursachen selbst nicht vollständig in den Griff, können folgende Behandlungsmethoden zumindest die Symptome abschwächen:

  • Iontophorese: Hierunter versteht man ein Wasserbad für Hände und/oder Füße, bei dem Gleichstrom eingesetzt wird. Dadurch kann die Reizschwelle der Schweißdrüsen erhöht werden.
  • Anticholinergikum: Der Wirkstoff unterdrückt die Funktion desjenigen Botenstoffs, der die Produktion der Schweißdrüsen anregt (Acetylcholin). Dieser Botenstoff ist allerdings auch noch an anderen Stellen im Körper aktiv, weshalb es zu Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit und Magenbeschwerden kommen kann.
  • Botulinumtoxin (Botox): Das vorwiegend aus der Schönheitschirurgie bekannte Nervengift kann gezielt in die Achselhöhlen gespritzt werden und lähmt dadurch die Funktion der Schweißdrüsen.
  •  Operation: In schwerwiegenden Fällen kann die Hautschicht, in der sich die Schweißdrüsen befinden, operativ entfernt werden. Diese radikale Methode ist allerdings nur anzuraten, wenn sämtliche milderen Behandlungsformen keine Erfolge erzielt haben.

Die soeben genannten Verfahren bedürfen dringend einer ärztlichen Abklärung. Die Behandlung durch den Arzt wird neben der Linderung der Symptome vor allem darauf abzielen, die dahinterliegenden Ursachen der erhöhten Schweißbildung zu therapieren.

Gut zu wissen:

Die Haut auf Hochtouren: Wie viel Schweiß ist normal? Der Mensch produziert am Tag mindestens einen halben Liter Schweiß. Bei sportlicher Betätigung und großer Hitze können es schnell ein bis zwei Liter pro Stunde werden, bei Spitzensportlern sogar drei Liter in der Stunde.

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